Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Ein zuſammengefalteter, verſiegelter Brief fiel heraus.

Was iſt das? rief die Baronin verwundert. Ein Brief?

Ihr Anwalt hatte ihn ſchon aufgehoben und las die Adreſſe

Es iſt die Handſchrift und das Siegel des ver⸗ ſtorbenen Baron von Elsleben, ſagte er feierlich und übergab den Brief dem Juſtizbeamten.

Eine Pauſe trat ein. Der Juſtizbeamte erbrach das Siegel und öffnete das Papier.

Es iſt ein Codicill, ſagte er, geſchrieben von des Barons eigener Hand, und unterzeichnet und unter⸗ ſiegelt von dem verſtorbenen Juſtiziarius ſeiner Gü⸗ ter, von demfelben, welcher das Teſtament unterzeich⸗ net hat. Vergleichen Sie, meine Herren.

Der Anwalt der Baronin, wie auch Emmy's An⸗ walt und die Zeugen, prüften und verglichen die bei⸗ den Papiere. Es war unzweifelhaft der Baron Elsleben hatte dies Codicill mit eigener Hand ge⸗ ſchrieben und der Juſtizbeamte hatte es mit dem Baron unterzeichnet und geſiegelt.

Leſen Sie das Codicill! riefen die beiden An⸗ walte.

Der Juſtizbeamte erhob ſich und las:

Ich erkläre durch dieſes Codicill mein Teſtament inſofern für ungültig, als in dem Falle, daß meine Tochter Emmy der heiligen katholiſchen Religion un⸗ getreu wird und zu einem andern Bekenntniß über⸗ tritt, nicht meine Schweſter, die Baronin Hermfeld, die Univerſalerbin meines Vermögens iſt, ſondern einzig und allein meine Gemahlin, die Baronin Elsleben. Emmy aber, die Apoſtatin und Abtrün⸗ nige, hat keinen Antheil mehr an dem Vermögen ihrer Väter, deren Glauben ſie treulos verlaſſen hat.