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Benachrichtigen Sie alſo die Baronin Hermfeld, daß ſie, dem Teſtament zufolge, die Erbin der Reichthümer ihres Bruders iſt. Ich beklage dieſen Verluſt nicht! Nicht die äußern Glücksgüter ſind es, welche ich ent⸗ behren und miſſen werde! Alles was ich habe, war das Beſitzthum der Armen, und nur dieſe habe ich zu beklagen, wenn ich ihnen nicht mehr helfen, ihre Noth nicht mehr lindern kann. Mich wird mein Herr und Gott niemals verlaſſen, er wird mich auf⸗ recht halten in aller Trübſal, er wird mich ſchützen vor aller Noth, ſeine Hand wacht über mir, und des⸗ halb zage ich nicht!
Nehmen Sie alſo, fuhr ſie nach einer Pauſe fort, nehmen Sie alſo alle dieſe Reichthümer hin. Sie gehören der Baronin Hermfeld. Ich mache auf nichts mehr Anſprüche, als auf dies Teſtament; es ſind die letzten Schriſtzüge meines Gemahls, es iſt ſein letzter Wille! Laſſen Sie mir dieſe Papiere! Ich werde, wenn die Noth mich niederdrückt und der Mangel mich heimſucht, ich werde dann auf dieſen letzten Willen meines Gemahls blicken und mich dadurch ſtärken und aufrichten zu muthvollem Dulden! Mir wenigſtens ſoll der Wille eines Sterbenden heilig ſein, ich werde mich nicht auflehnen gegen denſelben!
Welch ein reiner Glanz der Tugend und Fröm⸗ migkeit leuchtete auf dem Antlitz der Baronin, als ſie ſo ſprach; wie eine Heldin und Märtyrerin der gott⸗ begeiſterten Frömmigkeit ſtand ſie da. Auch waren die Blicke aller Anweſenden mit Bewunderung auf ſie gerichtet, und der Juſtizbeamte reichte ihr mit einer ehrfurchtsvollen tiefen Verbeugung das Teſta⸗ ment dar.
Es iſt ein heiliger Gewerbeſchein, auf den ich bet⸗ teln gehen kann, ſagte die Baronin und blätterte in den Papieren.—


