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Ich werde reich ſein! ſagte ſie, unwillkührlich viel⸗ leicht einen angefangenen Gedankenſatz vollendend. Man iſt immer jung, wenn man reich iſt.
Sie bemühte ſich, ein Lächeln auf ihre etwas ſchmerzvoll gepreßten Lippen zu feſſeln, und als ihr dies gelungen war, ging ſie zufrieden, und mit feſter und ſtolzer Haltung hinunter in den Salon.
Die nöthigen Gerichtsbeamten waren ſchon im Salon verſammelt, auch einige, von der Baronin geladene Zeugen, nur Gotthold, zu welchem ſie ge⸗ ſandt, hatte ſich entſchuldigen laſſen.
Die Baronin befahl, Fräulein Emmy von Els⸗ leben zu rufen, und als dieſe, bleich, aber gefaßt und ruhig, gekommen war, wies ihr die Baronin mit einer gebieteriſchen Handbewegung einen Stuhl neben dem ihren an, und bat dann die Vorleſung des Teſta⸗ mentes zu beginnen.
Es geſchah.
Als der Juſtizbeamte die Vorleſung beendet hatte, ſagte die Baronin: aus dieſem Teſtamente geht alſo hervor, daß das Vermögen meines verſtorbenen Ge⸗ mahls, im Falle Emmy ſich verheirathet, zu gleichen Theilen zwiſchen ihr und mir zerfällt, vorausgeſetzt nämlich, daß Emmy der Religion ihres Vaters, der katholiſchen alſo, getreu bleibt. Fräulein Emmy von Elsleben hat dieſen letzten und dringendſten Wunſch ihres ſterbenden Vaters nicht erfüllen mögen, ſie iſt zu den Deutſch⸗Katholiken übergetreten.
Ein Gemurmel entſtand unter den Zuhörern.
Wenn dem ſo iſt, ſagte der Anwalt der Baro⸗ nin nach einer Pauſe, dann hat Fräulein Emmy ſich und die gnädige Frau Baronin zur Bettlerin gemacht.
O nicht doch, mein Herr, rief die Baronin ſpöt⸗ tiſch, Fräulein Emmy hat über den himmliſchen Din⸗


