Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Nas Codicill.

Der Abend war gekommen. Die Baronin hatte ſich wieder emporgerafft aus ihrer Verzweiflung und ihrem Liebesſchmerz. Sie hatte wieder die Kraft ge⸗ funden, ruhig und gelaſſen zu ſcheinen, weil ſie der Gelaſſenheit bedurfte und der Ruhe, um das einmal Begonnene zu Ende zu führen.

Mindeſtens werde ich reich ſein und unabhängig, ſagte ſie, und wer reich iſt, der iſt auch glücklich!

Sie kleidete ſich ſorgfältig und geſchmackvoll, und prüfte dann vor dem Spiegel ihr Angeſicht und ihre ganze Erſcheinung. Wirklich, ſie ſah ſehr ſtolz und imponirend aus in dieſem ſchwarzen Atlasgewande, das ihr etwas Matronenhaftes und Würdevolles ver⸗ lieh, und die edlen Formen ihrer hohen Geſtalt glän⸗ zend hervortreten ließ. Sie war noch immer ſchön zu nennen, nur daß ihrem Antlitz die Grazie und Lieblichkeit fehlte, welche der Jugend eigen zu ſein pflegt, und ihr ſchönſter Schmuck, ihre ſchönſte Zierde iſt. Die Perlenſchnüre, welche den blendend weißen Hals der Baronin zierten, konnten dieſen Schmuck nicht erſetzen.