Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Ein lautes Aechzen drang aus der Bruſt der Baronin, ihr Geſicht war erdfahl geworden, ihr Kopf verwirrte ſich.

Wilde Verwünſchungen, entſetzliche Anklagen tön⸗ ten von ihren Lippen. Gott hatte ſie verrathen, Gott hatte ihren Glauben und ihre Zuverſicht ge⸗ mißbraucht, ſie war betrogen, von Gott betrogen, ſie ſagte ſich los von ihm!

Es war ein Paroxismus der Verzweiflung, der glühendſten Liebeswuth, ſie war wahnſinnig, raſend, es war ihre letzte Liebe geweſen, ſie hatte nicht allein dieſe verloren, auch das ganze Gebäude ihrer Zukunft war zuſammengeſunken. Vergebens all ihr Sinnen und ihre Klugheit, vergebens hatte ſie den Schlaf ihrer Nächte hingegeben, um an ihn zu ſchreiben, lange, kunſtvolle Briefe voll Trug und Schein, vergebens hatte ſie es zu ihrem einzigen Gedanken und Streben gemacht, des Fürſten Ge⸗ mahlin zu ſein, jetzt ſtand ſie am Ziel, und er ſtarb, wenige Stunden vorher, ehe es erreicht war, dieſes glänzende, ſo lange erſehnte, ſo lange erkämpfte Ziel. Es war ein Hohn des Schickſals, ein grauſamer, entſetzlicher Hohn!

Ihre Kraft erlag, ihre Sinne ſchwanden. Ohn⸗ mächtig ſank ſie in die Arme ihrer weinenden Kam⸗ merfran.