Aber wo willſt Du denn'nen Affen her bekom⸗ men? rief Madame Albratti lachend.
Ick habe ihm ſchon! ſagte Lude feierlich. Er is bloß noch nicht ordentlich eingeübt zu ſpringen, ſonſt geht Alles ſchon gut, und er ſpielt ſehr nett mit nem Apfel. 6.
So zeig' ihn mir doch!
Nee, noch nicht! Erſt müſſen Sie'nen Italiener aus mir machen, und mir das Allens lehren, was ick zu ſprechen habe. Ick muß wiſſen, wie„guten Tag“ heißt, denn, ſo wie ick auf Italieniſch ſage: „ſchenken Sie mir'n Groſchen“, denn„kann nicht ver⸗ ſtehen“, wenn ſie nämlich Deutſch mit mir ſprechen, und deun ſo noch,„ick danke, mein Herr“. Auch muß ick noch zu antworten wiſſen, wenn ſie fragen, wo ick her bin und ick ſage:„ick bin aus Italien, Ma⸗ dam“. Wenn ick dieſe fünf Sachen kann, bin ick'n ſehr guter Italiener und werde gute Geſchäfte machen.
Und Madame Albratti gab ſeinen dringenden Bitten nach und wiederholte ihm die Redensarten ſo lange, bis Lude ſie ganz gut und geläufig zu ſpre⸗ chen wußte. 4
Na, nu is der Italiener fertig, ſagte er mit ſei⸗ nem allerliebſten Grinſen, und morgen früh, denn. ſo paſſen Sie uf, wie ick mit'nem Äffen bei Ihnen ankloppe.
Den ganzen Abend ſaß Lude nachdenklich da und wiederholte ſich ſeine fünf italieniſchen Phraſen, mit denen er ſich die verſchloſſenen Pforten zu öffnen und Amintha zu finden hoffte.
Uebrigens, ſagte er kopfſchüttelnd, übrigens be⸗ greife ick gar nicht, warum denn die Italiener ſo dumm ſeind und ſich Allens erſt in'ne fremde Sprache überſetzen und ſich's Leben ſo ſchwer machen, ſtatt daß ſie Deutſch ſprechen könnten, wie jeder andere


