nicht ſo groß, daß'n paar geſunde Beine es nicht in'n paar Tagen durchſuchen könnten, und ick habe geſtern in die Voſſiſche Zeitung geleſen, daß wir nur achttauſend Häuſer in Berlin haben. Na, acht⸗ tanſend Häuſer werde ick ſchon in vier Tagen durch⸗ ſuchen können, des is gewiß, und denn ſo werde ick Amintha auch finden!
Und ſchon jetzt ließ Lude vor Freuden ſeine Finger das Lieblingslied:„Heil Dir im Sieger⸗ kranz,“ knacken, denn er fühlte ſich ſchon als Sieger und Triumphator, bis Madame Albratti ihn daran erinnerte, daß er vielleicht in die Häuſer gelangen könnte, aber niemals in die verſchloſſenen Thüren der Bewohner dieſer Häuſer.
Da is was dran, ſagte Lude nachdenklich, aber laſſen Sie's man gut ſind, ich werde mir ſchonſt was ausdenken, womit ich auch zu den Herrſchaften rinn gelaſſen werde. Vor Aminthen thu' ick Allens, und ick würde gleich Bettler werden, weil ick denn zum wenigſten doch an alle Thüren klingeln könnte, und ſie mir vielleicht aufmachen thäte, aber's iſt immer nicht ſo ſicher, als wenn ick in die Wohnungen rein kommen kann!
Und wie kannſt Du nur glauben, daß meine Tochter Dir ſelber die Thür aufmachen würde, ſagte Madame Albratti ſtolz. Sie iſt bei einem vornehmen Herrn, und da hat man Bedienten und Portiers. 5 Ach, ich kenne das, denn ich war früher umringt von Bedienten, mein Geliebter, der ungariſche Fürſt, hielt mich wie eine Königin. Ach, Lude, wenn Du mich damals hätteſt ſehen können!
Und während die alte Sängerin ihm jetzt mit begeiſterten Farben ihre Vergangenheit ſchilderte,
kramte Lude in dem Spinde, welches die geringen
Habſeligkeiten Amintha's enthielt, und die für Lude


