Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Arme allein iſt frei; ihm gehört die ganze Zeit, die ganze Welt; durch keine Rückſicht gebunden, durch keine Convenienz gefeſſelt, geht er feſſellos und ohne Scheu in ſeinen Lumpen einher, verachtend das Gepränge der Reichen, unabhängiger und unge⸗ bundener, als der Millionair. Der hat für tauſend Dinge zu ſorgen, für den Prunk ſeiner Gemächer, für den Glanz ſeiner Feſte, für die Auserleſenheit ſeiner Tafel, für die Eleganz ſeiner Equipage und der Livréen ſeiner Dienerſchaft, für die Zuſammen⸗ ſetzung ſeiner Geſellſchaften und die Bewirthung ſeiner Gäſte, und über all' dieſem Sorgen und Mühen geht ihm das Leben hin, im Trachten nach Glück, aber ſelten im friedlichen Genuſſe deſſelben. Der Arme hat keine Bedürfniſſe, ihn kümmert nichts als der Unterhalt des nächſten Tages, iſt dieſer beſchafft, dann iſt er frei, Herr ſeiner Zeit, ſeines Willens, Herr ſeines Mißmuthes und ſeiner Launen, Herr ſeines Lachens und ſeiner Freude. Er allein kann ſich geben, wie er iſt, ihn beherrſcht nicht die Ge⸗ ſellſchaft mit ihren widerſinnigen Gebräuchen, und unabhängig ganz iſt er von der Mode, dieſer uner⸗ bittlichen Tyrannin der Vornehmen und Reichen, welche oft die Unnatur heiligt und das Häßliche zur Schönheit ſtempelt. Wer es verſteht, arm zu ſein, der iſt glücklich und zufrieden, Neid und Mißgunſt, Ehrgeiz und Eitelkeit iſt ihm fremd, ſich ſelber hin⸗ gebend und verlierend an das Weltall, iſt Alles ſein Eigen, was er ſieht, weil er eben Alles nur an⸗ ſchaut mit erfreuten, unbegehrenden Blicken. Wohl uns, meine Kinder, daß wir arm ſind, und es ver⸗ ſtehen, unſerer Armuth zu freuen und das Leben zu genießen, unabhängig von den Launen des äußern Glückes!.

Luiſe und Thomas ſtimmten freudig ein in die