Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Joſeph! flüſterte ſie ganz leiſe und ſtreckte ihm die Hand entgegen.

Er ſtürzte zu ihr hin, er lag zu ihren Füßen, er drückte ihre Hand an ſeine Augen, ſeine brennenden Lippen, er dachte nichts, als daß er ſie liebe, ewig, unausſprechlich.

Sie ſprachen noch immer nicht; er kniete noch vor ihr, ihre Hand ruhte in der ſeinen, ihre Blicke be⸗ gegneten ſich, leuchtend, wonnevoll, ſollten ſie mit Worten dieſe heilige Stunde entweihen?

Da fragte die Baronin aus dem andern Zimmer, ohne die Thür zu öffnen, ob Emmy bereit und der Kranz ſchon befeſtigt ſei.

ch, dieſe Stimme war ganz geeignet, das glück⸗ ſelige Paar aus ſeiner Entzückung zur Wirklichkeit zurückzurufen und ſie dem Schmerz und dem Leid wiederzugeben.— Joſeph ſprang empor, todesbleich, laut ächzend vor Angſt und Qual.

Ach, er war wieder der Prieſter geworden, und er wußte es jetzt, daß Emmy ihm verloren, daß er verdammt ſei, zu entſagen, zu leiden um Gotteswillen!

Und Emmy ſenkte ihr Haupt auf ihre Bruſt, und langſam rannen lein paar Thränen über ihre farb⸗ loſen Wangen. Sie war wieder die Braut geworden, das ergebungsvolle Kind, welches der Wille eines Sterbenden zu ewigem Entſagen, zu ewigem Leid verdammt hatte.

Sie nahmen Beide ihre Beſtimmung an, ſie unter⸗ warfen ſich ſchweigend, klagelos, denn ſie fühlten es Beide, daß Gott ſie auf immer vereint hatte und nur Menſchen ſie auf immer trennten.

Setzen Sie mir den Kranz auf, bat ſie leiſe.

Das will ich, ſagte er feſt, und ſegnen will ich Sie mit meiner Seele heiligſten Wünſchen. Gott ſei mit Ihnen, und er laſſe Sie jenes Glückes theil⸗

„