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denn ich weiß es ja, daß ſie der Verborgenheit und des Unbemerktſeins bedarf! 3
Nach langem Ueberlegen entſchloß er ſich, einen Aufruf in den Tagesblättern ergehen zu laſſen und Dem eine Belohnung zuzuſichern, welcher Nachricht geben könne über ſie. Dieſe Aufforderung, welche Niemand verſtehen konute außer ihr, oder denjenigen, welche mit ihr zuſammenhingen, ließ er jetzt täglich im Intelligenzblatt wiederholen und immer größere Belohnungen ſetzte er aus für irgend eine Nachricht von ihr.
Aber die Tage vergingen und Niemand kam, ihm Kunde zu geben, der Freitag war da,— noch keine Nachricht, kein einziges Zeichen von ihr,— und doch war dieſer Freitag ſchon ſein Hochzeitstag!
Alfred begrüßte ihn ſeufzend und mit zagendem Herzen. Nichts von dem heiligen Glück, von der überſchwenglichen Seligkeit eines Bräutigams war in ihm. Er dachte nur an Julia, er fühlte nur, daß er für ſie, um ihrem Willen zu genügen, ſich dieſer Ehe unterwerfen wolle, und ſein Herz zürnte faſt dieſer jungen, lieblichen Braut, die ſich zwiſchen ihn und jenes ſchöne bleiche, kummervolle Weib ge⸗ ſtellt. Emmy hätte längſt ſein Erkalten empfinden müſſen, meinte er, und im jungfräulichen Stolz hätte ſie ihn verwerfen müſſen, da ſie fühlen konnte, daß er ſie nicht mehr liebe.— Das ahnte er nicht, daß Emmy leiſe in ihrem Herzen ihm denſelben Vorwurf machte, daß auch ſie meinte, er müſſe es fühlen, daß ſie ihn nicht mehr liebe, daß ſie ihn un⸗ edel nannte, weil er, um ſeiner egoiſtiſchen Liebe zu genügen, trotz ihres erkalteten Herzens ſie nicht auf⸗ geben wollte. Keiner von Beiden zweifelte an der Liebe des Andern, Jeder glaubte nur ſein eigenes
Herz gewandelt,— die natürliche, unbewußte Eitel⸗


