er ganz begeiſtert; ach, Julie iſt ein edles, großes Weib, und weil ich ſie liebe, will ich ihrer würdig ſein. Iſt ſie denn geflohen, um mich nicht treulos werden zu laſſen meinem Wort und meiner Braut, wohlan, ſo ſoll ſie mindeſtens erkennen müſſen, daß ich ihrer würdig bin! Der Mann ſoll vor dem Weibe den Blick nicht zu Boden ſenken müſſen. Ich will ein Mann ſein, weil ſie groß genug dachte, ſich hinzugeben für meine Ehre. Iulia ſoll mit mir zu⸗ frieden ſein!
Ein edles, muthvolles Feuer leuchtete auf ſeinem Angeſicht, und wenn Julia ihn hätte ſehen können mit dieſem flammenden Blick, dieſer energiſchen, ſtol⸗ zen Haltung, ſie würde inmitten ihres Jammers ſich glücklich geprieſen haben.
Jetzt las er den Brief der Baronin, er ſchien ihm ein Fingerzeig des Schickſals, Juliens Willen zu thun, er war ganz feſt entſchloſſen, und ſchrieb der Baronin, daß er mit ihr einverſtanden und am nächſten Freitag zur Vermählung bereit ſei.
Und während er ſchrieb, dachte er: wenn ich ein⸗ mal erſt vermählt bin, dann werde ich ſie ſuchen, überall, in jedem Winkel der Erde, dann muß ſie zu mir zurückkehren, und ſie wird es, wenn ſie ſieht, wie gehorſam ich bin ihrem Willen!
Aber dann fragte er ſchandernd: wie, wenn ich ſie nun niemals fände? Wenn ſie mir auf ewig verloren wäre? Wenn der, vor dem ſie damals floh, und der ſie zu verfolgen ſchien, wenn der nun jetzt ſie gefunden, ſie fortgeführt hätte? Und kann nicht irgend ein Unglück ſie betreffen? Können nicht Mör⸗ der die Einſame, die Schutzloſe überfallen?
Und ich darf nicht einmal die öffentliche Macht zu meiner Hülfe anrufen, ſagte er verzweiſlungsvoll,


