Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Weshalb hat ſie mich verlaſſen, klagte er leiſe, wie konnte ſie, ſonſt ſo mitleidsvoll und gütig, wie konnte ſie ſo grauſam ſein! Wußte ſie denn nicht, daß mit ihr das Glück auf ewig von mir geflohen

iſt? Weshalb denn hat ſie mich verlaſſen! Und jetzt fiel ſein irrendes Auge auf die Ab⸗

ſchiedsworte, welche ſie ihm geſchrieben.„Leben Sie wohl! Vergeſſen Sie Julia. Gehen Sie zu Ihrer Braut.“

Deshalb alſo, deshalb iſt ſie geflohen, ſagte er tieferſchüttert, und küßte dieſe Zeilen, welche ihre zitternde Hand geſchrieben. Deshalb hat ſie Alles hinter ſich gelaſſen, Nuhe und Frieden, und auch das Glück! Denn ich, ich hätte ſie glücklich gemacht, die Liebe hat dieſe himmliſche Kraft, alle Wunden zu heilen und das blutende Herz zu erfriſchen mit neuem Lebensglanz. Ja, ich hätte ſie glücklich ge⸗ macht, und nun iſt ſie geflohen, um meinetwillen; mit dieſem ſtarken, eiſernen Willen, welcher nicht achtet des gebrochenen Herzens, ſondern nur der be⸗ ſchworenen Pflicht, mit dieſem Willen iſt ſie von mir geflohen. Treulos ſoll ich werden meinem Her⸗ zen, um treu zu bleiben meinem Worte! Sie iſt für mich geſtorben, und als Vermächtniß läßt ſie mir die Braut zurück und mein gegebenes Wort! O, das iſt gewiß ſehr edel und ſehr groß, und ob mein Herz darüber bricht, was kümmert das dieſes ſtolze, kalte Weib, welches das Unglück geſtählt hat gegen Leid und Schmerzen!

Aber dann warf er ſich ſeine harten Worte vor,

dann gedachte er dieſes Ausdruckes tiefen Schmerzes,

den er oft in ihrem Angeſichte geleſen, und als er ſich ganz verſenkt hatte in dieſe holden und heiligen Erinnerungen an ſie, als er ſich ihr ganzes edles und hochherziges Weſen vergegenwärtigt hatte, ſagte