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nichts davon! Ihr Gemüth iſt ſo zart beſaitet, daß jede leiſe Berührung ſie erſchüttert und fieberiſch er⸗ regt. Sie würde diefe acht Tage in der höchſten Aufregung⸗ hinbringen. Erſparen wir ihr dies; erſt am Hochzeitstage erfahre ſie von der heiligen Feier. Schützen Sie lieber eine Reiſe vor, und zeigen Sie Sich ihr bis dahin nicht, weil Sie in Ihrer Freude ſich verrathen möchten. Sagen Sie mir, ob Sie mit mir einverſtanden ſind, und ob am nächſten Freitag die Vermählung ſein ſoll.“
Dieſen Brief erhielt Alfred am Tage nach Juliens Flucht. Ach, was kümmerte ihn ſeine Vermählung, was ging die ganze Welt ihn an, ihn, der mit zer⸗ riſſenem Herzen jammerte um ſeines Lebens heilig⸗ ſtes Beſitzthum, umt ſeine verlorene Liebe! Wie grenzenlos, wie unausſprechlich hatte er ſie nicht ge⸗ liebt, dieſes räthſelhafte, bleiche Weib, der er ver⸗ traut, ohne ſie zu kennen, zu deren Füßen er ſein Herz, ſein Glück als Morgengabe ſeiner heiligen Liebe niedergelegt hatte. Und ſie, ſie verſchmähete Alles, was er ihr dargebracht, mit enteilendem Fuß zertrümmerte ſie ſein ganzes Glück, vor ſeiner Liebe war ſie geflohen; die öde, liebloſe Welt war ihr eine Zuflucht geworden gegen ſein Herz und ſeine Liebe! — Troſtloſen, verzweifelnden Herzens ging er in dieſem Gemache auf und ab, in dem er geſtern noch an ihrer Seite ſo glücklich geweſen. Da ſtand noch die Staffelei, an der ſie gearbeitet, dort auf jenem Seſſel hatte ſie geruht. O er glaubte ſie vor ſich zu ſehen in ihrer ernſten, rührenden Schönheit, es war ihm, als fühle er den Blick dieſer großen, ſo traurigen und doch ſo begeiſterten Augen, als ſähe er ſie lächeln mit dieſem ſo ſchwermuthsvollen Lächeln, das ihm oft Thränen in die Augen getrieben und ihn mit Jammer und Mitleid erfüllt hatte.
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