Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Mit einem Schrei des Zorns, der Verzweiflung richtete ſie ſich empor, warf den Shawl und Hut fort und riß mit einer Geberde des Abſcheues die blonde Perrücke ab, daß ihr langes, ſchwarzes Haar herabfiel und wie ein Trauerſchleier ſie umhüllte.

Ach, jetzt erkennen wir ſie wieder, die arme, vom Schickſal und vielleicht von eigener Schuld verfolgte Julia, jetzt ſehen wir ſie wieder vor uns in ihrem großen und doch energiſchen Schmerz. Die Ruhe und Gelaſſenheit iſt von ihr abgefallen mit dem blonden Haar, ſie iſt wieder ganz Julia, ganz das ſchmerzbeladene Weib, die gramerfüllte und doch un⸗ verzagte, die duldende und doch mit dem Schickſal noch kämpfende Julia.

Sie lag auf ihren Knieen, ſie rang die Hände in ſtummer, unermeßlicher Qual. Ach, ſie hatte keine Worte, um zu Gott zu flehen um Troſt und Er⸗ barmen, zu groß, zu unausſprechlich war ihr Jam⸗ mer. Es war alſo nicht genung geweſen, daß ſie ihn fliehen mußte, ihn, den ſie nicht mehr zu nennen wagte, deſſen Name nur ewig, mit ſüß verlockendem Laut, in ihrem Herzen erklang, es war alſo nicht genug an dieſem Opfer aller ihrer Wünſche, aller ihrer Hoffnungen; zu dem niedrigſten, empörendſten Werkzeng von Betrügern und Verbrechern ſollte ſie ſich herabgewürdigt ſehen, elenden Gaunern ſollte ſie als Mittel dienen zu ihren lichtſcheuen, verbrecheriſchen Thaten, der Gemeinheit Gefährtin ſollte ſie werden und untergehen in dieſem Wuſte des Verbrechens und der Sündel

Ich muß fliehen, und ich werde fliehen, ſagte ſie endlich ganz energiſch und zuverſichtlich. Es wird meinem Kopf ſchon gelingen, ein Mittel zur Flucht zu erſinnen. Und wenn ich auf dieſer Flucht auch nichts weiter finde, als den Tod! O mein Gott,