Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ich ſuche ja nichts mehr als einen ſtillen, unbemerk⸗ ten Tod, als einen dunklen Winkel, wo ich ſterben kann, ohne daß die Welt es erfährt, und meine Leiche noch ihn hineinzieht in das Gerede der Men⸗ ſchen. Ja, ich muß fliehen! Nun, Gott erbarme Dich mein! Ich habe oft zu Dir gefleht mit blu⸗ tender Bruſt und verzweifelnder Seele, und Du haſt nicht Mitleid gehabt mit meinem Jammer! Jetzt aber, mein Gott, jetzt öffne Dein gnadenreiches Ohr meinem Flehen, jetzt biete Deine hülfreiche Hand mir dar, gieße in mein Gehirn einen Funken Deiner göttlichen Weisheit. Laß den Gedanken mich denken, den Gedanken der Freiheit und Erlöſung! Ich habe auf Alles verzichtet, ich hoffe nicht mehr auf Glück und anf Frieden, ich habe Allem entſagt, weit hinter mir liegt die Freude und Luſt, die Hoffnung und Liebe, ich erflehe nichts mehr, als ſtill zu vergehen, lautlos zu erlöſchen!

Und wie ſie ſo flehete, ſtrahlend in inbrünſtiger Begeiſterung, Arme und Blick gen Himmel erhoben, flammte es plötzlich wie ein göttlicher Glanz in ihrem Angeſichte auf, und ſich von ihren Knieen erhebend, jauchzte ſie laut: mein Gott, ich danke Dir! Du haſt mich alſo noch nicht verlaſſen!