Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ich hier wohl in's. Freie kommen und endlich in irgend einem Dorfe ein unbemerktes Aſyl finden.

Aber ſie hatte ſich kaum einige Schritte entfernt, als hinter dem Gitter, welches das kleine Gärtchen vor Alfred's Hauſe umgab, ein Mann emporſprang und mit eiligen leiſen Schritten Julien folgte, immer ſo viel Raum zwiſchen ihnen Beiden laſſend, daß er nicht den Anſchein hatte, ſie zu verfolgen, ſondern nur harmlos dieſelbe Straße zu gehen ſchien.

Ohne ſich umzuſehen, nichts denkend nichts wollend, als Flucht, eilige raſche Flucht, ging Julia weiter. Die Straße ward immer einſamer, rechts nichts mehr als unvollendete, im Bau begriffene Häuſer, an denen in der frühen Morgenſtunde noch kein Arbeiter beſchäftigt war, links das weite, freie Feld, drüben begränzt von dem Krenzberg mit dem eiſernen Denkmal, das ausſieht, wie die abgefallene Thurmſpitze einer gothiſchen Kirche.

Die Einſamkeit und Menſchenöde that Julien wohl, ſie fühlte ſich freier und leichter in dieſer Stille, und muthig fortſchreitend ging ſie jetzt neben

der langen Mauer hin, welche den botaniſchen Gar⸗ 8 ten begränzt. Hier beſchleunigte der Maun, der ihr

folgte, ſeine Schritte, jetzt war er ihr ganz nahe, und nun, wie mit einem Tigerſprung, war er ihr zur Seite, packte er ihren Arm und ſah ihr mit einem lanten, grimmigen Lachen in's Geſicht.

Chriſtian! ächzte ſie zuſammenſinkend,

Ja, Chriſtian, ſagte er grinſend. Chriſtian iſt nicht ſo'n dummer Junge, daß er'n Tanbenſchlag unbewacht ließe, wenn er weiß, daß die Taube ſich vorm Habicht fürchtet. Dacht' mir's wohl, daß die ſchöne, vornehme Dame gar nichts darnach fragen würde, meine Viſite heut' Vormittag zu empfangen, und daß ſie lieber wieder ausreißen würde, wie da⸗