Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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heimſten Handlungen erſpähen, ſeine verborgenſten Thaten an das Licht ziehen will, und wehe ihm, wenn ich darunter einigen begegne, die lichtſchen ſich zu ver⸗ bergen haben! Von heute an iſt Alles anders! Ich haſſe dieſen Mann nicht mehr, nun, da ich weiß, daß Du ihn nicht liebſt, und weil Du denn um meinet⸗ willen ſein Weib geworden, ſo iſt mein heiliges Recht und meine natürliche Pflicht, über Dir zu wachen und Dich vor Unglück und Elend zu behüten! Von heute an werde ich Deinen Gatten nicht mehr fliehen, ſondern alle Tage werde ich bei ihm ſein, und wie ſehr er mich auch haßt, wird er doch nicht den Muth haben, dem Bruder ſeines Weibes ſeine Thür zu verſchließen.

Draußen kuarrte leiſe die Thür, und heimliche, ſchleichende Schritte näherten ſich. Diesmal hörte ſie Eduard nicht, Amalie war ja bei ihm, er hatte kein Glück mehr zu erwarten, und keine Freude, denn ſie war ſchon da, und er hörte nichts, als Amaliens holde Worte, mit denen ſie ſich jetzt in ſeine Arme ſchmiegte und ihn ihren Freund und Beſchützer, ihren Vater und Gebieter nannte!

Ja, ich werde täglich zu Dir kommen, ſagte Eduard ſeufzend, obwohl ich weiß, daß ich unendlichen Qualen und Martern entgegen gehe! Ich werde es ſehen müſſen, wie Dein Gatte ſich Dir vertraulich nähert, Dich ſein Weib nennt, vielleicht gar Dich um⸗ armt. Ach, nur zu denken, daß er Deine Lippen be⸗ rührt, könnte mich raſend machen vor Zorn! Vermeide es, Amalie, daß er Dich in meiner Gegenwart um⸗ armt und küßt, ich kann es nicht ertragen! 1

Und denkſt Du, daß mein Herz nicht dabei blutet? fragte ſie erglühend. Denkſt Du, daß ich es nicht als eine Schmach empfinde, die Zärtlichkeiten eines Man⸗ nes zu dulden, den ich nicht liebe?