Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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der nicht zu lieben, das iſt mein Troſt und meine Lebenshoffnung; keine Gewalt kann uns trennen, wir ſind ewig, unauflöslich verbunden, und dieſes Band, es iſt mächtiger und heiliger, als jedes andere Band, denn die Natur ſelber war es, welche uns vereinte, die Natur, welche machte, daß daſſelbe Blut in unſern Adern flöſſe, daß dieſelbe Mutter uns unter ihrem Herzen getragen!

Ein Seufzer rang ſich aus Eduard's Bruſt hervor, und leiſe, wie zu ſich ſelber, ſagte er: es iſt wahr, die Natur hat uns ſo feſt vereint, daß wir auf ewig ge⸗ trennt ſind, ſie hat uns ſo eng verbunden, daß die ganze Welt zwiſchen uns liegt! Eins nur verſprich mir, ſagte er dann laut, dies Eine nur, daß Du mir niemals etwas verbergen willſt, daß Du offen und wahr gegen mich ſein und niemals mich täuſchen willſt über Dein Verhältniß zu Gotthold.

Ich verſpreche es Dir!

Ich traue ihm nicht, fuhr Eduard fort, denn ich habe ihn beobachtet, und ich habe zuweilen in ſeinen Mienen das Antlitz eines Verbrechers und Böſewichts zu erkennen geglaubt. Du ſagſt, Dein Mangel an Liebe ſei kein Grund zur Scheidung, und ſeine Schuld nicht ſei es, wenn Du ihn nicht liebſt. Aber wenn mein Blick mich nicht täuſcht, wenn ich einſt Dir be⸗ weiſen kann, daß Dein Gatte ein Verbrecher iſt, wirſt Du auch dann noch ſein Weib ſein wollen?

Nein, ſagte ſie feierlich, das Verbrechen hebt alle Eide auf. Dich, Eduard, würde ich lieben, von Dir würde ich nimmer laſſen, ſelbſt wenn Du eines Ver⸗ brechens Dich ſchuldig machteſt, von ihm aber würde ich mit Abſcheu mich abwenden, denn ich liebe ihn nicht!

Nun wohl, ſagte Eduard, von hente an wird er mich immer auf ſeinem Wege finden, als einen nie zu⸗ täuſchenden, nie einzuſchläfernden Spion, der ſeine ge⸗