Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Amalie, und nie ſoll es ihnen gelingen, unſere Herzen zu trennen!

Niemals, Eduard!

Laß uns immer gegen einander offen ſein und wahr, dann allein dürfen wir unſerer für alle Zeiten gewiß ſein, und im herrlichen Gefühl dieſer geiſtigen Zugehörigkeit wird es für uns niemals eine Trennung und Entfremdung geben! O Amalie, wenn Du wüß⸗ teſt, welch eine tiefe Trauer zuweilen mein Herz be⸗ ſchleicht, wenn ich an Dich denke, an Dich, die ich mehr liebe, als alles Andere auf der Welt, mehr, tauſendmal mehr, als mein Leben!

Und weshalb dieſe Trauer? fragte ſie bebend.

Es iſt ein Punkt in deinem Leben, welcher mir dunkel iſt, wo ich Dich nicht verſtehe, wo Dein Bild, welches ſonſt ſo klar und hell wie die Sonne vor mir ſteht, ſich mit Nebeln umhüllt und mir für einen Augenblick in ungewiſſe Formen ſich auflöſt. Willſt Du mir Aufſchluß geben darüber, willſt Du mir dieſes Räthſel löſen, an welchem ich verzweiſle, weil ich es nicht ergrübeln kann?

Err ſah ſie ſo flehend und angſtvoll an, daß ſie ihm nicht zu widerſtehen vermochte.

Ich will es, ſagte ſie ernſt, denn ich ahne ſchon, daß man mich täuſchte, und ich um einer Lüge willen mich opferte. Du aber haſt Recht, die Wahrheit allein kann uns unſer Glück und unſere Liebe erhalten! Frage mich denn, ich werde Dir antworten!

Eine Pauſe trat ein, und ſo ſtill war es, daß ſie Beide das Klopfen ihrer Herzen vernahmen, und das leiſe, angſtvolle Athmen ihrer beklommenen Bruſt.

Eduard zog die Schweſter näher an ſein Herz und flüſterte: liebteſt Du Gotthold, als Du ihm Deine Hand gabſt?

Nein!