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um dieſes gleißneriſche äußere Gebahren, mit dem ſie Gott und Menſchen zu täuſchen hoffen!
O, ſagte Amalie ſchaudernd, wenn Du wüßteſt, wie mir graut in den Verſammlungen dieſer Frommen. Wenn ihre Gebete ertönen, ſo iſt es mir, als läſterten ſie Gott mit ihren frommen Worten und dieſen gleiß⸗ neriſchen, himmelſuchenden Blicken, die doch heimlich voll ſo viel irdiſchen Gelüſtes ſind! Ach, wenn ich in⸗ mitten dieſer Frommen bin, ſo muß ich immer denken, wie das ſein möchte, wenn nun Gott plötzlich unter ſie träte, und vor der Glorie ſeiner Erſcheinung alle dieſe frommen Larven und Masken von dieſen Beten⸗ den abfielen, und der göttliche Zauber ſie zwänge, ihres Herzens innerſtes Denken und Fühlen auf ihrem Antlitz leſen zu laſſen! Wie viel Egoismus und Heuchelei, wie viel Habſucht und Ehrgeiz, wie viel Geldgier und Tücke würde da zur Erſcheinung kommen in den Mie⸗ nen dieſer Frommen. Glaube mir, Eduard, ich habe Furcht vor dieſen Frommen! Sie ſagen, es gäbe einen wirklichen und perſönlichen Teufel, und ſie haben Recht, er iſt immer unter ihnen, und oft iſt er es, der ſie beten lehrt! O gewiß, ich auch liebe Gott, und ich bete zu ihm, aber nicht mit Zerknirſchung und Selbſt⸗ verachtung, ſondern freudigen Herzens und des ſeligen Glaubens voll, daß Gott uns zum Glück berufen und zur Freude geboren hat!
Und dieſer Glaube iſt das Evangelium der guten und edlen Menſchen, ſagte Eduard. Nur wer viel geſündigt hat, denkt an Buße und Kaſteiung, und nur wer ſich in Laſter und Sünde umhergetrieben, wird endlich mit überſättigten Sinnen dahin kommen, die ganze Welt für einen Pfuhl des Verbrechens und Laſters zu halten, weil er freilich nichts Anderes darin geſucht und gefunden hat! Aber laſſen wir die From⸗ men und die Heuchler, unſere Liebe iſt ächt und wahr,


