Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Und Sie dürfen mir das nicht verargen, rief Eduard herzlich, Sie haben mir eine ſo große Freude gemacht, daß ich Ihnen gern vergelten möchte. Da ich aber Ihre Neigungen und Wünſche nicht kenne, ſo bleibt mir ja nichts anderes übrig, als Ihnen Geld zu geben, damit Sie es nach Ihrem Gefallen anwen⸗ den und ſich ein Vergnügen machen.

Ich ſoll mir mit dem Gelde eine Freude machen, ſeufzte Frau Winkler, als ſie Eduard verlaſſen und langſam die Stiegen hinunterſchlich. Nun ja, ich werde es thun! Ich werde Blumen kaufen und ſie ihm bringen! Mag er dann auch immerhin denken, daß ich nur die Botin einer jungen, ſchönen Dame bin! Was thut das! Ich thue es ja nicht, um Dank davon zu haben, ſondern nur um ihn zu ſehen!

Und wieder vergingen für Eduard mehrere Tage in Erwartung und Sehnſucht, und Amalie kam noch immer nicht. Freilich, er hätte zu ihr gehen, er hätte in ihrem Hauſe ſie aufſuchen dürfen! Aber er fürch⸗ tete das Begegnen mit Gotthold, weil er fühlte, daß es ihm, dieſem heuchleriſchen Prieſter gegenüber, an der nothwendigen Ruhe und Gelaſſenheit fehlen, und er, in rückhaltloſer Heſtigkeit, Alles verderben möchte.

Auch würde Amalie, wenn ſie meine Gegenwart wünſchte, ſicherlich mich zu ſich rufen, ſagte er, ſie weiß es ja, daß es nur eines Winkes von ihr bedarf, um mich an ihre Seite zu rufen!

Acht Tage waren ſo vergangen. Traurig und miß⸗ geſtimmt ſaß Eduard in ſeinem Zimmer. Es war Morgen, ein ſtiller, lautloſer Morgen, und Eduard dachte, wie ſchön dieſe Morgenſtunde ihm ſein würde, wenn Amalie da wäre, und wie langweilig und un⸗ erquicklich ſie ſei, ohne ſie. Er ſah mit wehmüthigen Blicken im Zimmer umher, jeder Gegenſtand in dem⸗

ſelben erinnerte ihn an Amalie, dort in der Fenſter⸗

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