Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Gluth, welche ſein ganzes Weſen erfaßte, dieſe Blumen kamen von ihr, ſie hatte mit ihren Händen ſie be⸗ rührt, ihre Augen hatten darauf geruht, vielleicht dieſe Roſe betrachtet, welche er jetzt an ſeine Lippen preßte, um auf ihren duftenden Blättern den Blick zu küſſen, den ſie darauf geheftet. Er fragte gar nicht, wer ihm dieſen Blumenſtrauß geſendet, er wußte es ja, und kein Zweifel war in ſeinem Herzen, daß Amalie ihm, als holdes Troſteswort, dieſe Blumen geſchickt. Sie liebte ihn alſo noch, ſie dachte an ihn, ſie hatte ihn nicht vergeſſen, und es war gewiß nur Gotthold's tyranniſcher Wille, daß ſie nicht mehr zu ihm kom⸗ men durfte!

Und ganz an die Thür gedrückt, demüthig und be⸗ ſcheiden, ſtand Frau Winkler und ſchaute mit leuchten⸗ den Augen auf Eduard, ganz glücklich, ganz erfüllt von der Freude, die aus ſeinen Augen ſtrahlte. Es war ihr alſo vergönnt geweſen, ihm eine Freude zu machen, ſie alſo hatte dieſes ſchöne geliebte Angeſicht mit einem Schimmer des Glückes verklären können! Ach, dies war ja unendlich mehr, als ſie jemals zu hoffen gewagt, und ſie ſagte ganz ſtill zu ſich ſelber: ich ſegne die Blumen, welche mir Eingang verſchaff⸗ ten bei ihm! Ach, nun liebe ich die Natur und die Schöpfung erſt recht dankbarlich und innig, weil ſie Blumen wachſen läßt, welche er liebt, und die ge⸗ wiſſermaßen für mich der Portier ſind, ohne deſſen Hülfe ich nicht in ſein Zimmer gelangen könnte!

Aber Eduard entſann ſich jetzt, daß er nicht allein ſei mit ſeinen Blumen, und ſich an Frau Winkler wendend und ihr lächelnd zunickend, ſagte er: und jetzt, gute Frau, ſagen Sie mir, war ſie heiter, lächelte ſie, als ſie Ihnen dieſe Blumen gab?

Wer? fragte die Alte, aus ihrer Freude er⸗ wachend.

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