Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Liebe. Ihre Augen flammten, ihre Lippen bebten,

Purpurröthe brannte auf ihren Wangen! Sie fuhlte ſich ganz ich, ganz erleichtert, nun fee 4

faßt, ſich zu rächen. Ihre ganz mit dieſem En tſchluß ihr zurückgekehrt, es chien ihr als ſei ſie wieder jung, wieder glücklich geworden. Doch auch dieſer Moment des auſchtſeins ging vorüber, die Indignation hatte ſie erglühen gem

die Rac he hatte ſie begeiſtert, aber plötzlich erblaßte dies Alles vor dem Gedanken an ih Gemahl, an die eigene Schande! Wie ſollte ſie ihm adeuübar treten, ihm, dem edlen, dem vertrauenden Gem ahl, wie ſollte ſie es wagen, ihm ihre Schuld und ihr Verbrechen zu bekennen, jetzt, da ſie für da Kind, das unter ihrem Herzen ruhte, nicht einmal mehr ihm den Vater nennen konnte, der es lieben und hochachten wollte, wie er ſie geliebt und hochgeachtet? Woher ſollte ſie den Muth n iehmen, ihm ihren Treubruch zu geſtehen, jetzt, da Alexiew i ihr gezeigt, wie unwerth er des Verraths geweſen, welchen ſie an dem Gatten be⸗ gangen! Ach, ſie hatte Alles verloren, ſogar das Recht, um den Geliebten we einen zu können, ſogar den Muth, ſich ſchuldig zu bekennen!

Sie ſchrie laut auf vor unendlicher Pein, ſie rang ſich die Hände wund in namen nloſem Weh, dann ward ſie ſtill, und mit ſtarren Blicken, mit athen nloſer Bruſt ſaß ſie da, lauſchend auf die wunderbare Stim me, die ſie in ihrer Bruſt wach gerufen, und von der ſie nicht wußte, ob ſie eines Engels oder eines Dämons Stimme ſei.

Das Leben erdrückt Dich mit ſeinen Qualen, ſagte dieſe leiſe flüſternde, lockende Stimme, wirf es von

Dir, dieſes ekle, wüſte Leben. Der Geliebte hat Dich

verlaſſen, ich aber, ich öffne Dir die Arme, um Dich ſuß; zu umfangen, um an meiner Bruſt Dich einzu⸗ 16