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heimlichen Vögel, welche mit ihrem heiſern Geſchrei
den nahen Tod uns verkünden!
6 Schwärmer! ſagte ſie lächelnd und küßte ſeine edle tirn.
Er fuhr ſchwermüthig fort: Entſinnſt Du Dich wohl dieſes Gelübdes, welches Hernani dem Gemahl ſeiner Geliebten gethan, dieſes grauſamen Todesge⸗ lübdes, das mit dem Rufe des Waldhorns über ihn hereinbrechen ſoll? Solche Liebesbriefe ſind wie das Waldhorn Hernani's in den Händen ſeines Feindes. Wollen wir ihnen denn auch dieſelbe Bedeutung geben und ſie zu unheimlichen Todesboten ſtempeln!
Wie meinſt Du das? fragte ſie, ſich an ihn ſchmie⸗ gend und voll Bewunderung in ſein ſchönes Angeſicht ſehend, das bleich und ſchwermuthsvoll geworden war. — Wir ſagten es ſchon, Alexiew beſaß dieſe bewun⸗ derungswürdige und gefährliche Leichtigkeit, ſich dem Eindrucke jedes Momentes mit ſeinem ganzen Weſen, ſeiner ganzen Seele hinzugeben, und mit der Genia⸗ lität eines Schauſpielers ſich ſo in die Rolle, welche er gerade ſpielte, zu verlieren, daß er damit aufhörte, an die Wahrheit und Wirklichkeit ſeiner Rolle zu glauben und ſich leicht ſelber als den tragiſchen Helden fühlte, welchen er nur darſtellte. Deshalb auch ſchien er immer wahr zu ſein, ja, war er es ſogar, weil er nicht blos die große Kunſt beſaß, Andere zu täuſchen,
ſondern weil er ſogar ſich ſelber täuſchte, und, ganz
an den Moment hingegeben, dem Momente Macht gab über ſich ſelber.
Auch jetzt wieder hatte er ſich ganz verloren, ganz hingegeben an ſeine Rolle, er glaubte ihr, er glaubte ſich ſelber, er empfand in Wirklichkeit dieſe wehmuths⸗ volle Trauer, dieſe vorahnenden Schauer, und mit ſchwermuthsvollem Tone fuhr er fort: dieſe Briefe, ſie ſollen in Deinen Händen ſein, wie das Waldhorn


