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dieſelben aufbewahrt, oder nicht lieber ſie verbrannt habe, aus Furcht, ſie möchten einmal gegen ſie zeugen und ſie verrathen an den Gemahl. 8
O, ſagte ſie mit glühenden Wangen, ſeit ich Dich liebe, Alexiew, kenne ich keine Furcht, und ich bin nicht ſo feig, dieſe herrlichen Briefe zu vernichten. Nein, ſie ſind mein Troſt und meine Wonne, wenn Du ſelber nicht bei mir biſt, und wenn ich in ihnen leſe, iſt es mir, als ob Du unſichtbar neben mir wäreſt, als ob Deine Seele mir zur Seite und nur Dein Körper fern von mir ſei.
Er drohte ihr lächelnd und zweifelnd mit dem Finger, und meinte, ob er ihren Worten auch trauen dürfe?
Sie eilte ſchnell zu ihrem Schreibtiſch und nahm aus demſelben ein köſtliches, mit Edelſteinen verziertes Käſtchen, das ihr der Fürſt einſt geſchenkt, und das nur von dem geöffnet werden konnte, der die geheime Feder kannte, welche machte, daß es ſich aufthat.
Als er an der Feder drückte, flog der Deckel auf, und in dem Kaſten lagen, wohlverwahrt und nach dem Datum geordnet, alle ſeine Briefe an ſie.
Der Fürſt nahm ſie heraus und durchflog ſie prü⸗ fend mit den Augen. Dann ſagte er mit faſt ſchwer⸗ müthigem Ton und jenem melancholiſchen Ausdruck, der ſeinem ſchönen Geſichte ſo gut ſtand: es grauet mir immer vor ſolchen Briefen, die weiter nichts ſind, als abgefallene, verwelkte Blätter von dem vollen, le⸗ bensfriſchen Baume der Liebe, und die dennoch ſtark genug ſein mögen, dieſen Baum zu überdauern und die Blüthe unſeres Glückes zu überleben! Solche Briefe, ſte ſind mir immer, wie der Ruf und die Mahnung einer andern Welt, und, wie ſeltſam es auch Dir vor⸗ kommen mag, ſie erſcheinen mir immen wiſene un⸗


