Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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jetzt in Schlummer gewiegt, all ihr Gram, er war hinabgeſenkt in dieſes ſüße Meer des Glücks, er hatte keine Spur zurückgelaſſen auf dieſer ſpiegelglatten Fläche, auf welcher ſie in ſeinem Arm ſich ſchaukelte und einwiegte zu ſeligem Vergeſſen und heiterem Ge⸗ nießen!

Zuletzt, ganz zuletzt, nach langen Stunden der Freude, nach tauſend Verſicherungen ewiger Liebe, er⸗ innerte er ſie mit zärtlichem Vorwurf an den Brief, den ſie ihm geſchrieben, und in welchem ſie ihm ge⸗ droht, ſeine Briefe ihrem Gemahl zu geben! Mein Gott, war's nicht ein Sacrilegium, dieſe heiligen Re⸗ liqguien dem Spott, der Verachtung Preis geben, dieſe Pfänder glücklicher Tage in den Staub treten zu wollen?

Weißt Du, ſagte er, und zog die Geliebte an ſich, um ſie unter zärtlichen Scheltworten zu küſſen, weißt Du, Du böſes, zauberiſches Weib, daß ich bitterlich geweint habe, als ich das las, daß es mir ſchien, als ob Deine eigenen Briefe ſogar, dieſe köſtlichen und heiligen Kleinodien, mir entweiht worden durch ſolche Drohung? O mein Gott, die Liebe iſt eine ſo zarte Blüthe, ſo leicht verletzbar, vor jeder rauhen Berüh⸗ rung bebt ſie zurück, einer zarten Senſitive gleich! Konnteſt Du, Aurelia, ſo grauſam ſein, dieſe heiligen Vermächtniſſe einer himmliſchen Vergangenheit ſo ent⸗ weihen zu wollen, daß Du aus ihnen eine Waffe mach⸗ teſt, mit welcher Du gegen mich kämpfen willſt?

Aurelia ſtand vor ihm mit niedergeſchlagenen Augen und erröthenden Wangen, ſie ſchämte ſich ihrer Drohung, und ſie meinte entſchuldigend, daß ſie nimmer dieſelbe würde ausgeführt und ſo ihr köſtlichſtes Beſitzthum

wiürde hingeopfert haben.

Er meinte ſeufzend, daß er zweifeln müſſe, ob ſie überhau. Werth gelegt auf ſeine Briefe, ja, ob ſie