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haben! Aber jetzt iſt meine Langmuth erſchöpft, meine
Geduld zu Ende! Sie droht mir, ſie ſelber iſt es, die
mir den Fehdehandſchuh hinwirft. Nun wohl, ich werde gegen ſie kämpfen, aber nur, um ſie auf immer zu beſiegen! 3
Er befahl vorzufahren und begab ſich zur Gräfin Marſilla. Aber auch jetzt hatte er den Muth nicht, ihr als Feind gegenüber zu treten,— nicht als ob er ihre Macht über ihn fürchtete und an die Möglichkeit glaubte, von ihr beſiegt zu werden. Nein, es war nur viel bequemer, ſie hinterrücks zu überfallen, ſtatt ihr offen die Stirn zu bieten, viel bequemer, ſie in einer Umarmung zu erwürgen, ſie mit einem Kuſſe zu er⸗ ſticken, ſtatt mit ihr zu kämpfen um Tod und Leben, und Gefahr zu laufen, ſelber verwundet zu werden; es war viel bequemer, unter Schmeichelworten und zärtlichen Betheuerungen ihr den Dolch in's Herz zu ſtoßen, ſtatt Auge gegen Auge ihr gegenüber zu treten im ehrlichen Zweikampf.
Niemals daher war Fürſt Alexiew zärtlicher ge⸗ weſen und leidenſchaftlicher. Er lag zu ihren Füßen
und flehte ſie an um Vergebung, er nannte ſich ſelber einen Verbrecher, weil einen Augenblick lang ſein Herz erkaltet geweſen und ermattet, er flehte ſie an um Verzeihung und erneuerte Liebe, und ſchwur ihr auf's Neue grenzenloſe Liebe und ewige Treue. Und ſie? — Sie war nur ein Weib, und deshalb glaubte ſie ſeinen Schwüren und mißtraute nicht ſeinen heißen Gelübden.
Wie ſchön war's, wieder in ſüßem, gewohntem Glück an ſeiner Seite zu ſitzen, das Haupt an ſeine Schulter gelehnt, träumend von ſeliger Zukunft, aus⸗ ruhend in genußvoller Gegenwart! Wie ſchön, ſeinen köſtlichen Worten zu lauſchen, dieſen Him nelodieen ſeiner Liebe! O, alle ihre Schmerzen man endlich
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