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wenn ſie ſich verrathen und verlaſſen ſehen, ſich leicht zu einem Heroismus aufſchwingen, der ſie jauchzend in den Tod gehen und aller Schande trotzen läßt, vorausgeſetzt nur, daß Der, welchen ſie lieben und welcher ſie verrieth, mit ihnen leidet, mit ihnen ſtirbt und geſchändet iſt!— Aber Fürſt Alexiew hatte vor nichts einen ſtärkern Widerwillen, als vor öffentlichem Scandal, er haßte nichts mehr, als die Romane ſeines Herzens zu einer Stadtgeſchichte werden zu ſehen, an denen man ſich ergötzen möchte in den Salons und
Boudoirs. Die Männer haben zumeiſt dieſe Schen⸗
vor den On dit's des Tages; ſie mögen leichtſinnig den größten Frevel begehen, vorausgeſetzt nur, daß die Welt es nicht erfährt, ſie haben keine Furcht vor dem Verbrechen, aber vor dem Bekanntwerden deſſelben, das Laſter ſchreckt ſie nicht, ſondern nur, daß es ge⸗ wußt und enthüllt werden könnte. Anders iſt es bei dem Weibe. Das Weib kämpft lange mit ſich ſelber, ehe denn es ſeine Tugend aufgiebt, es ringt und ſtrei⸗ tet lange, ehe denn es ſich dem Verbrechen ergiebt und dem Laſter ſich in die Arme wirft. Wenn die Leiden⸗ ſchaft aber einmal ſie bis zu dieſem Aeußerſten getrie⸗ ben, dann hat ſie auch den Muth, die Oeffentlichkeit nicht zu ſcheuen und der ganzen Welt gegenüber zu erſcheinen mit ihrer Schmach und ihrer zertretenen Würde. Fürſt Alexiew von Pomowsky wußte das, und er fürchtete bei Aurelien die Exaltation ihrer Verzweif⸗ lung. Er zerriß mit zorniger Miene ihren drohenden Brief und ſagte zähneknirſchend: Ich muß eine Ende machen und auf immer mit ihr brechen. Mein Gott, es iſt ſehr langweilig, immer dieſes Klagen und Jam⸗ mern, dieſes didoniſche Seufzen zu hören; aber ich hätte es dennoch ruhig erlitten und geduldet, um mich nur zu ſchützen vor dieſen vulkaniſchen Stürmen und Ausbrüchen, um nur zuweilen mindeſtens Ruhe zu
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