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wiſſermaßen der Purpurmantel, den ſie um ihre könig⸗
lichen Schultern legt, aber in der illegitimen Liebe, in der Liebe, welche ſie zu einer Meineidigen und Ver⸗ brecherin macht, bleibt ihr nichts als grenzenloſe Hin⸗ gebung und ſelaviſche Demuth, der Königin ſowohl, wie der Bettlerin; das Verbrechen, es iſt gewiſſermaßen ein Zauber, der die Kette, welche ſie an ihn feſſelt, unauflöslich macht, ihn, den Geliebten, kann dieſe Kette in einen ewig gefeſſelten Galeerenſclaven ver⸗ wandeln, ſie aber, ſie wird die Feſſel nur als eine Luſt, die Sclaverei nur als eine Wonne empfinden. Gerade das Verbrecheriſche ſolcher Liebe hat einen verlockenden, zauberiſchen Reiz, und doppelt liebt das entartete Weib den Mann, um den ſie grenzenlos gelitten, grenzenlos geweint hat.
Fürſt Alexiew von Pomowsky war zu ſchwach, ſolcher Liebe einen feſten, energiſchen Widerſtand ent⸗ gegen zu ſetzen, er duldete ſie, er hörte ihre Liebes⸗ ſchwüre an und erwiderte ſie, aus Inſtinct, aus Ge⸗ wohnheit, nur um Ruhe zu haben und nicht ewig dieſe Stürme und Aufregungen toben zu hören. Aurelia aber empfand ſeine Kälte mit dem feinen In⸗ ſtinet eines liebenden Weibes, und dann flammte ihr Zorn empor, drohte er zu einer Brandfackel zu wer⸗ den, die ſein Glück und das ihrige auf immer zu Aſche verbrennen möchte. Sein Glück auch! Fürſt Alexiew war egoiſtiſch genug, hieran zuerſt zu denken, dies vor allen Dingen zu ſcheuen!— Sie hatte ihm in der zornigen Verzweiflung ihres Herzens einen Brief voll wilder Klagen und Anſchuldigungen ge⸗ ſchrieben, ſie hatte ihm gedroht, der ganzen Welt ſei⸗ nen Verrath und Treubruch zu verkünden, ihrem Ge⸗ mahl ſeine Briefe zu geben und ihn zu ihrem Ver⸗ theidiger und Rächer aufzurufen.— Fürſt Alexiew kannte die Weiber hinlänglich, um zu wiſſen, daß ſie,


