Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Zie Briefe.

Sie hatte viel gelitten, die arme Gräfin Marfilla, ſie hatte doppelt gelitten, weil ſie ihr Leiden unter lächelnder Lippe und heiterem Erſcheinen hatte ver⸗ bergen müſſen, weil ſie Niemanden ihre Schmerzen durfte ahnen laſſen, für das Seelenleid ſich keinen Troſt, für den Körperſchmerz ſich keinen Helfer ſuchen konnte, weil ſie in der Tiefe ihrer eigenen Bruſt alle die Qualen verbergen mußte, welche Tag und Nacht ihre Seele folterten. Aber nein, Einen gab es doch, welcher Theil nehmen mußte an ihrem Leid, Einen, vor dem ſie das weinende Auge nicht verbergen, den jammernden Auſſchrei ihres Herzens nicht zurückhalten brauchte, der auf ihrer bleichen Stirn ihre ſorgenvollen Nächte, auf ihren bebenden Lippen das Zucken der Angſt ſehen durfte. War dieſer Eine ihr Gemahl, war es der Gatte, welcher ſie liebte und ihr in edler Zuverſicht ſeine Ehre anvertraut und den alten ehr⸗

würdigen Namen der Grafen Marſilla, war es der

Mann, der einſt ihre Mutter von Schande und Noth errettet, und ihr, der Armen, der Hülfloſen, die ret⸗ tende Hand dargereicht, der ſie zu ſeines Lebens köſt⸗ lichſtem Kleinod erhoben und ſie geliebt mit der Liebe

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