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Stätte des Friedens mich vertreiben, um mich der Schmach und Schande wieder auszuliefern?
Wie zerbrochen ſank ſie zuſammen, und lange hörte man nichts als ihr leiſes Aechzen und Weinen und die Jammertöne ihrer zermarterten Bruſt.
Und inmitten ihres Schmerzes und ihrer Pein durchzuckte der Gedanke ihre Seele: wie, wenn Gott ſelber Dir dieſen Mann geſandt, dieſe finſtere Mah⸗ nung an Deine Vergangenheit? Wie, wenn er Dich erinnern wollte, daß es für Dich auf Erden keine Ruhe geben kann und keinen Frieden, und daß Du nimmer eine Stätte Dir wählen und ein Glück Dir anbauen könnteſt!—
Und hatte ich nicht Alfred verſprochen, ihm morgen meine Geſchichte zu erzählen, dachte ſie, und hat er mir nicht geſagt, daß er mich liebt? Ach, um ihn zu erretten, ſendet mir Gott dieſen Mann, welcher mich aufſtacheln ſoll, daß ich entfliehe, es iſt ein Zeichen Gottes! Ich habe es verſtanden, ich werde gehorchen!
In der Aufregung und Exaltation ihrer Qual be⸗ geiſterte ſie ſich mehr und mehr für dieſen Gedanken, ſchien es ihr bald, als fordere Gott von ihr dieſes Opfer, ſchweigend von hinnen zu gehen und weiter zu wandeln auf der Straße des Leidens.
O, es war ſo ſchön, dieſes ſtille Leben des Frie⸗ dens und der Liebe, ſagte ſie mit gerungenen Händen, erbebend vor Schmerz. Und inmitten dieſer ſeligen Ruhe begann ſchon die grauſenvolle Vergangenheit vor meinen Augen zu erblaſſen. Mein Gott, mein Gott, darf ich denn niemals Ruhe finden, wird meine Strafe nimmer enden, und der Kelch dieſes Leidens niemals geleert ſein? Bin ich, ich allein von meiner Wiege an denn ausgeſchloſſen von jedem Glück?
Und in wilder Verzweiflung zerſchlug ſie ſich die Brüſte, rang ſie die Hände ſich wund in unermeßlicher


