Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Die Leute im Hauſe ſind erwacht, ſagte Chriſtian, und er will mich rufen, weil Gefahr iſt!

O, Sie werden alſo nicht dieſes Zimmer betreten, ſagte Julia triumphirend.

Blos heute nicht, erwiderte er ruhig. Aber ich komme wieder, und denn ſo werden Sie ſelbſt ſie mir aufmachen und ſorgen, daß ick nicht geſtört werde, oder, ich will verdammt ſein, wenn

Wieder ließ ſich, raſch anfeinander folgend, drei⸗ maliges Pfeifen vernehmen.

Es iſt die höchſte Zeit! ſagte Chriſtian, und ſprang zum Fenſter. Morgen früh um zehn Uhr komme ich her, ſagte er, und verdammt ſollen Sie ſein, wenn ich Sie nicht finde!

Er ſchwang ſich hinaus auf die Leiter und ver⸗ ſchwand. Wenige Secunden und Julia hörte den ra⸗ ſchen Lauf enteilender Männerſchritte, gleich darauf den Ruf des Nachtwächters: Diebe! Diebe! Dann das laute, ſchrille Gekreiſche der Nothpfeife, dem bald hier und dort ein antwortendes Echo folgte. Sie ſtürzte zum Fenſter hin, athemlos lauſchend, das Geräuſch entfernte ſich mehr und mehr, hier und da noch hörte man das raſche Pfeifen der Wächter, dann ward Alles wieder ſtill!

Ich bin verloren! Ganz verloren! wimmerte Julia leiſe. Schande und Schmach über mich, die Ehrloſe, die ihre Lippen ſtockten, ſie wagte das Wort nicht zu nennen, welches ſie gedacht.

Morgen früh will er kommen, ſagte ſie dann weiter, und von dem elenden Verbrecher werde ich Bedingun⸗ gen annehmen müſſen, damit er mich nicht verräth! O, war's denn nicht genug an dieſen Qualen, an die⸗ ſen entſetzlichen Martern, welche mein Herz fort und fort zerreißen und mir ſelbſt im Schlummer keine Ruhe gönnen? Mußte das Verhängniß auch aus dieſer letzten