Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Aber horch, was war das für ein Ton, der jetzt von dem Bette des Schlummernden erſchallte? War's nicht, als ob ſie im Schlafe ihn rief, als ob ſie mit ängſtlichem Ton den NamenChriſtian flüſterte.

Er ſtand lauſchend ſtill. O, es war gewiß nur eine Täuſchung, der Knabe ſchlief ja, man hörte es an den langen, lauten Athemzügen, und wenn er wachte, würde er ihn ja auch nicht kennen.

Ich bin wahrhaftig ängſtlich geworden, wie'n altes Weib, flüſterte Chriſtian unwillig, das macht, ich bin ganz außer Uebung gekommen.

Mit einem einzigen Ruck ſchob er den Riegel zurück, nun war nur noch der Schlüſſel umzudrehen.

Mein Gott, aber was ſprach die Schlummernde jetzt für einen Namen? Nein, ſie ſprach ihn nicht, ſie ſtieß ihn hervor mit einem Schreck des Grauens und der Verzweiflung. Chriſtian kannte dieſen Namen, es war noch nicht lange, daß er ihn gehört, es war freilich ein ganz gewöhnlicher Name, aber wie kam's, daß der Knabe gerade dieſe beiden Namen geſprochen im Traum.

Noch einmal rief ſie jetzt: Chriſtian, und dann, aufgeſchreckt von ihren angſtvollen Träumen, richtete ſie erwachend ſich im Bette empor.

Mit einem einzigen Satz ſtand Chriſtian neben ihr, und ſie am Arme ergreifend und mit der andern Hand ihr den Mund verſchließend, flüſterte er grimmig: ein einziger Schrei, ein einziges Wort, und's Meſſer ſitzt in Deiner Bruſt, Junge.

Er fühlte unter ſeinem Druck die ganze Geſtalt er⸗ beben, und mein Gott, war's nicht, als ob der Knabe wieder Chriſtian's Namen ſtammelte, diesmal mit dem Ausdruck des Entſetzens, der furchtbaren Angſt. Kannte er ihn denn? 3

Er beleuchtete mit der Blendlaterne ſein Geſicht.