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Biſt Du drin, Chriſtian? fragte eine Stimme von außen.. Der Mann neigte ſich aus dem Fenſter und flü⸗ ſterte: ja! Ruhig jetzt, Baron! Es iſt richtig! Es iſt das Zimmer des Knaben. Er ſchläft. Reich mir die Laterne, damit ich den Weg finde in's andere Zimmer.
Dann noch ein leiſes Geflüſter, und der Mann trat vom Fenſter zurück, eine Blendlaterne in der Hand, deren geſchloſſene Flügel nur einen ſchmalen Lichtſtreifen in das Gemach dringen ließen.
Der ſchläft wie'ne Ratte, ſagte der Mann, nach⸗ dem er noch einmal gelauſcht. Er wird's nicht merken, wenn ich's hier ein bischen helle mache.
Mit einem Druck öffnete er die Laterne, der helle Schimmer fiel auf ſein Geſicht— und deutlich konnte man das wilde Angeſicht, das rothe ſtruppige Haar, und die herkuliſche Geſtalt Chriſtian's erkennen, des Bruders von Lude und Thomas, für den ſein Vater ſich lebend ſchon verkauft, um ihn zu erretten von neuem Verbrechen und neuer Schuld. Armer Vater! In einer einzigen Nacht war dieſer Erlös Deiner opfernden Liebe verpraßt und verſpielt worden, und der finſtere Dämon des Verbrechens hatte wieder Ge⸗ walt über Chriſtian!
Mit ſpähenden Blicken ſchaute Chriſtian im Gemach umher und murmelte dann leiſe:'s iſt Alles richtig berechnet. Hier ſchläft der Junge, und nebenan in der Stube, wo Niemand ſchläft, ſteht der Schreibtiſch, wo's Geld vom jungen Baron drin iſt!
Leis auf den Zehen ſchlich er zu der Thür, welche in's anſtoßende Gemach führte, ſie war verſchloſſen und verriegelt.
Der Teufel, murmelte Chriſtian, wenn jetzt der Riegel knarrt, wird der Bengel aufwachen, und Alles iſt verloren.


