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Zuſammenkünften der Frommen ihre Tochter in ihren ſtillen Beſchäftigungen ſtörten, und ihr Gedanken gäben, die nicht mit dem Willen ihrer Mutter, oder dem Te⸗ ſtamente ihres Vaters übereinſtimmten.— Emmy mußte der Religion ihres Vaters getreu bleiben, damit das Glück und der Reichthum ihrer Mutter geſichert ſei, und mit demſelben Eifer, mit welchem die fromme Baronin ſonſt gewohnt war die Sünder zu ihrem Glauben zu bekehren, mit demſelben Eifer war ſie be⸗ müht, ihre Tochter einer Religion zu erhalten, von der ſie gewiß war, daß ſie das Heil ihrer Seele ge⸗ fährde. Aber der würdige Gotthold hatte es ja der Baronin in ſeiner eindringlichen, erhabenen Weiſe ge⸗ nugſam erläutert, und ſie hatte es vollkommen begriffen, daß Emmy's Seelenheil zurückſtehen müſſe, wo es gelte, der wohlthätigen Baronin und den Armen Reich⸗ thum und Unterſtützung zu ſichern, und ſo war nur der verſtorbene Baron anzuklagen, daß er durch ſein
Teſtament die Freiheit ſeiner Tochter und die Ueber⸗
zeugung ſeines Weibes in Feſſeln geſchlagen.—
Aber wo war das fröhliche Lachen, der heitere Muthwille, der ſonſt, wie eine köſtliche Muſik, aus dieſem kleinen Zimmer zu erſchallen pflegte, wo war das geblieben? Warum eertönte nicht mehr der Ler⸗ chengeſang des jungen, lieblichen Mädchens, warum tanzte ſie nicht mehr mit leichtem Gazellenſchritte ein⸗ her, warum glühten ihre Wangen nicht mehr ſo friſch, warum leuchteten ihre blaue Augen nicht mehr ſo hell, und endlich, was machte denn ihr Her ſo ſeltſam er⸗
eben, und füllte ihren Buſen mit übem Erzittern und ihre Augen mit Thränen?—
Emmy fragte es ſich nie, ſie wußte nicht einmal, daß ſie ſich ſo geändert hatte. Allgemach war er über ſie gekommen, dieſer Wechſel ihres Weſens, allgemach hatte ſich der ſonnenhelle Himmel ihr mit leichtem Gewölk


