Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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werden, und meine geprüfte Kraft ſoll mich umgeben als ein Harniſch, der feſter iſt denn Stahl und Eiſen. Oh, und zuweilen, Iunlia, zuweilen glaube ich ſchon das unheilsvolle Rauſchen dieſer finſteren Dämonen zu hören, und wie ein banger unermeßlicher Schmer⸗ zensſchrei erklingt es in den Tiefen meiner Seele! Zuweilen, wenn ich neben dieſem ſtillen, ſchönen Kinde ſitze, das ſie meine Braut nennen, dann fühle ich es wie einen Eiſeshauch über mein Herz dahin wehen, und eine plötzliche Schwermuth ergreift und erdrückt mich faſt.

Ach, Sie haben eine Braut? fragte Julia freudig und mit aufflammenden Blicken. Und das ſagen Sie mir erſt jetzt? Oder glauben Sie, mein Schickſal habe mich ſo egoiſtiſch gemacht, daß ich keine Theilnahme empfände für Anderer Glück?

Vielleicht ſchwieg ich, ſagte Alfred mit ſchmerz⸗ vollem Lächeln, weil ich mir Ihre Theilnahme er⸗ halten wollte für die Zeiten des Unglücks, vielleicht ſpreche ich jetzt, weil ich dieſer Theilnahme bedarf, weil Sie mir dieſes bange, troſtloſe Gefühl, das mich beſchleicht, wenn ich an Emmy's Seite bin, erklären ſollen, weil ich fühle, daß ich mit meinem ganzen Sein an einem Wendepunkte ſtehe, an welchem das Glück auf einige Zeit von mir Abſchied nimmt, und ich auf rauhen Pfaden werde einherwandeln müſſen!

Julia reichte ihm ſchweigend und mit einem un⸗ ausſprechlichen Blick die Hand hin.

Was fürchten Sie? fragte ſie dann leiſe.

Meine eigene Schwäche, ſagte er, wenn Sie es ſchwach nennen wollen, daß man aufhört zu lieben, was man einſt ſo innig erſehnte, daß man eine Bürde nennt, was man früher ein Glück genannt! Einſt liebte ich dieſes ſtille, reizende Kind mit ſeinem holden Lächeln und ſeinem lieblichen Frohſinn; es war mir