— 13—
ſchnell Alles, was er erſehnt, gleich gewährt habe, und es bei ihm gar nicht zu einem Kampfe, einem Ringen und Ueberwinden habe kommen laſſen.
Ich bin noch immer ein unmündiger Knabe, ſagte er, das Glück oder das Schickſal leitet mich am Gän⸗ gelbande, und behütet mich vor dem Falle, und ſchon ehe ich den Stein geſehen, der auf meinem Wege liegt, räumt es ihn fort. Das iſt meine Krankheit und mein großes Leid, daß ich noch das Unglück nicht habe kennen gelernt, das Unglück, das hehr und majeſtätiſch wie ein göttliches Gewitter über uns hereinbricht, und in erhabenem Zorn alle die Krautgärten und Gemüſe⸗ pflanzungen unſeres häuslichen, irdiſchen Glückes zer⸗ ſtört; die Stätte aber, welche der Blitz verbrannt und zerſtört hat, war den Alten ein geheiligter Gottesort, und ſo empfängt auch das Leben und der Menſch erſt ſeine Weihe und Heiligung, wenn das Unglück ſein nichtiges irdiſches Behagen und Wollen ihm zerſchmet⸗ tert hat. 3
Oh gewiß, ſagte ſie, das Unglück, welches vom Himmel kommt, das Gott uns ſendet, es trägt auch göttlichen Troſt gleich in ſich ſelber, und erhebt uns, indem es uns erniedrigt und demüthigt. Aber ſolch ein Unglück iſt ſo ſelten, und die eigne Schuld iſt es gemeinhin, die uns Verderben bringt.
Sei's wie es ſei, rief Alfred lebhaft. Immer iſt es doch beſſer, das Unglück ſelbſt verſchuldet, als es gar nicht gekannt zu haben!
Sie läſtern! rief Julia erbebend, und dieſes frevle Wort, wie leicht mag es Ihnen finſtere Dämonen heraufbeſchwören, die Ihnen Ihr helles Leben um⸗ düſtern!—
Mag es ſo ſein! ſagte Alfred. Mindeſtens werden Sie alsdann mich nicht mehr verachten können als unmündigen Knaben. Ich werde dann ein Mann


