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Haben Sie geſündigt? fragte ſie mit leiſe bebendem Tone. Wenn es ſo iſt, dann gehen Sie zum Prieſter, daß er Sie abſolvire.
Sie müſſen und ſollen mein Prieſter ſein, ſagte Alfred feſt. Ich will Ihnen Beichte ablegen über mein ganzes Leben, über dies ganze nichtige, nutzloſe Daſein, das ich geführt, das ich vergeudet habe in thatenloſer Geſchäftigkeit und Zerſtreuung!
Wozu das? fragte ſie. Wozu die Vergangenheit heraufbeſchwören? Wozu mir erzählen, was ich nicht zu wiſſen begehre, was meine Achtung, meine tief⸗ gefühlte Dankbarkeit für Sie nicht erhöhen und nicht verringern kann? So wie Sie da ſind, ſo wie Sie mir gegenüber ſtehen, ſo habe ich Sie erkannt und er⸗ faßt, und ſo wird Ihr Bild ewig und unverrückbar in meiner Seele wohnen!
Sie müſſen mich dennoch anhören, ſagte er be⸗ ſtimmt, um mir zu rathen, um mich mir ſelber klar zu machen, um mir das ſüße Glück zu gönnen, Ihnen jeden meiner Gedanken, jeden meiner Wünſche ſagen zu dürfen, von Ihnen verſtanden zu werden mit jeder Regung meines Herzens, jedem heimlichen Begehren meiner Seele! Es iſt vielleicht viel Egoismus in die⸗ ſem Begehren, und vielleicht, wenn ich vor Ihnen mein ganzes Leben entfaltet habe, werden Sie finden, daß es nicht der Mühe werth war, ſo viel Worte zu machen über ſo kleine Dinge! 4
Sprechen Sie, ſagte ſie milde. Erzählen Sie mir! Ich höre Ihnen zu mit meinem Herzen und meiner Seele!
Und Alfred erzählte ihr von ſeiner Jugend und ſeinem Knabenleben, von ſeinen erwachenden Wünſchen und Neigungen, von ſeinen Träumen und Täuſchun⸗ gen; er klagte ihr, wie wenig er gethan und ge⸗ leiſtet habe, wie ein allzugütiges Geſchick ihm viel zu


