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ganz wohl, ganz glücklich in ihrer Nähe, und ich fühlte in mir die Ahnung eines ſeligen, reichen Liebesglückes. Aber das ohne Kampf errungene Glück, die ohne Ver⸗ ſagen erfüllte Liebe, ſie entbehrten Beide des höchſten Reizes,— der Ungewißheit.— Dieſe Gewißheit des Glückes und der Liebe, das iſt es, woran ſo häufig das Glück ſich ſelber zerſchellt; das Herz fühlt ſich arm, weil es überreich iſt, es neunt ſich darbend, weil es nichts mehr zu wünſchen hat. Und ſo ſtehe ich, ein Entbehrender, vor dem reichen Born der Liebe, ein Sehnender und Begehrender, vor der zu ſchnellen Erfüllung meiner Wünſche!
Muß es denn ſo ſein? flüſterte Julia leiſe, wie zu ſich ſelber, muß denn in der Erfüllung ſtets auch die Vernichtung liegen, und in der Liebe der Gegenwart ſtets ſchon der Haß für die Zukunft ſeine Keime trei⸗ ben? Wollen auch Sie ſo klein denken, ein armes Mädchen zu verachten, weil es Sie liebt, ſo ungroß müthig, ſich von ihm zu wenden, weil Sie wohl wiſſen, daß es Ihnen folgen wird, wohin Sie auch gehen mögen, daß Sie es, wie ein getreues Hündchen, überall auf Ihren Wegen finden werden, um, zertreten und gemartert von Ihrer Kälte, dennoch immer auf's Neue mit holdem Schmeichelwort und unbezwinglicher Treue vor Ihnen zu knieen, und Sie um das Glück zu bitten, das Sie ihm verhießen?
Sie ſah unendlich ſchön aus, als ſie ſo ſprach. Ihre dunklen Augen flammten in edlem Feuer und eine leichte Röthe überflog ihre ſonſt ſo bleichen Wan⸗ gen.— Alfred blickte ſtaunend, anbetend empor zu dieſem räthſelhaften Weibe, das vor ihm ſtand mit der Hoheit und Würde einer Herrſcherin, und er fühlte, daß er ſein Glück, ſein Leben daran wagen könnte, von ihr ſich Achtung und Anerkennung zu erringen.
Sie ſollen mich nicht klein heißen, Julia, ſagte er


