Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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ſagen, daß es nur noch für Monate ausreicht, wollen es durch dieſe Unterrichtsſtunden noch verrin⸗ gern, und machen, daß es ſchneller zu Ende geht? Ach Julia, wenn Sie glauben, mir in irgend einer Weiſe verpflichtet zu ſein, wenn Sie mir beweiſen wollen, daß Sie mich Ihrer Freuudſchaft, Ihres Ver⸗ trauens nicht ganz für unwerth halten, dann erfüllen Sie mir die Bitte, die ich jetzt mit zitterndem Herzen auf meinen Knieen Ihnen ausſprechen will.

Er wollte vor ihr niederknieen, ſie wehrte ihn hef⸗ tig ab und ſagte ganz entſetzt: Sie wollen vor mir knieen? Oh, mein Gott, wenn Sie wüßten

Sie ſchwieg, aber ein tiefer Seelenſchmerz malte ſich in ihren Zügen, und ihre edle Geſtalt erbebte leiſe.

Ich will Sie ja nicht betrüben, ſagte Alfred ſchmerzvoll, ich fordere ja nur von Ihnen einen Funken jenes Glückes, das mir aus Ihrer ganzen Erſcheinung entgegenſtrahlt. Ich will ja nur um dieſe einzige Gunſt flehen, daß ich Ihnen den Lehrer zuführen, daß ich Theil nehmen darf an dieſem Unterricht!

Er ſah ſie ſo flehend, ſo angſtvoll an, daß Julia Mitleid empfand mit der Seelenangſt des Freundes.

Nun wohl, ſagte ſie, und ein Schein milder Freundlichkeit flog über ihr Angeſicht, nun wohl, ich will auch dies noch von Ihnen annehmen! Dieſer Unterricht ſoll die Zeit meines Aufenthalts bei Ihnen nicht verkürzen, Sie ſollen den Unterricht nehmen, den Lehrer engagiren, und ich werde nur theilnehmen an Ihrem Unterricht!

Alfred küßte ihr mit einem Ausdruck der Freude und des Glückes die Hand und eilte dann, ſogleich den Lehrer zu ſuchen, der ihnen jeden Morgen ſeinen Un⸗ terricht ertheilen ſollte.

Dieſes Arbeiten an ihrer Seite, dieſes Theilen ihrer Beſchäftigung, es war für Alfred ein neues,