Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Ich, mein Freund, bin die Verbannte, die Heimath⸗

loſe, und ich werde weiter ziehen müſſen auf meiner freudloſen Bahn.

Und wohin, wohin wollen Sie gehen rief er zit⸗ ternd. Wollen Sie dies mindeſtens mir ſagen?

Sie ſchüttelte ſchwermuthsvoll ihr Haupt.

Gott allein weiß es! ſagte ſie dann ernſt. Dahin aber werde ich gehen müſſen, wo Niemand mich kennt, wo kein helfender und wohlthuender Freund, gleich Ihnen, an meiner Seite iſt! Ich werde ſehr einſam, ſehr kummervoll ſein, aber die Erinnerung an dieſe ſtillen, friedlichen Wochen, in denen es mir vergönnt war auszuruhen auf meinem rauhen Pfade durch das Leben, dieſe Erinnerung wird meiner Seele ein nie verſiegender Troſt ſein!

Wann wollen Sie gehen? fragte Alfred mit beden⸗ den Lippen. 3

Heute, morgen, ſobald die Stunde gekommen, in der die innere Stimme mir ſagt, daß ich gehen kann und muß!

Ein anderes Mal ſagte ſie: Ich habe eine Bitte an Sie, mein Freund! Bringen Sie mir einen tüch⸗ tigen geſchickten Maler, der mich unterrichten kann in dem, was mir noch fehlt.

So wollen Sie die Kunſt ſo ernſthaft treiben? fragte Alfred.

Gewiß, ſagte ſie ſehr ernſthaft, denn ſie ſoll mir ſpäter ein Mittel meiner Exiſtenz ſein! Da ich mich an den Gedanken gewöhnt habe, zu leben, muß ich auch auf Mittel bedacht ſein, es zu können. Mein kleines Vermögen ſchmilzt zuſammen, ich kann ſchon berechnen, daß es in einigen Monaten zu Ende damit ſein wird.

Und Sie ſind grauſam genug, mir niemals zu ge⸗ ſtatten 8