Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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der Rücken thut noch ſo weh von geſtern, ach Schläge thun ſo weh. Warum muß ich denn Holz holen, und bin noch ſo klein, ſo klein, erſt ſechs Jahre alt! Nein, nein, keine Schläge! Ich laufe ſchon! Ach Gott, ach Gott, wie dunkel iſt's im Walde. Wenn nun Diebe kämen und mich fortnähmen! Mörder, oder der Wolf! Ha, was raſchelt dort drüben! Ach Hülfe! Hülfe! Nein, es iſt nichts! Es war nur der Wind! Ach Gott, warum bin ich denn ſo'n armes Kind, und muß Nachts in den Wald laufen und Holz ſtehlen. Was habe ich gethan, daß ich ſo arm bin, und des Gutsherrn Toch⸗ ter, die immer ſo unartig iſt und uns Alle ſchlägt, die holt doch nicht Holz, die liegt doch im Bett und ſchläft! So dunkel iſt's, ſo dunkel! Wenn nur der Mond erſt käme, der ſchöne, liebe Mond. Dann wird der Wald wieder hell, dann kann ich Alles ſehen und fürchte mich nicht mehr! Ja, ja, dann kann ich Alles ſehen!

Wehe, wehe, kreiſchte dort drüben ein anderes Weib, wehe dem, der Alles ſehen kann! Er ſieht ſich um ſein Lebensglück und ſeine Seelenruhe! Ach warum bin ich nicht blind geboren, dann hätte ich doch nicht ſehen können, wie Er eine Andere umarmte. Ach, meine Schweſter, die Geliebte meines Gatten! Habt doch Er⸗ barmen, aus Menſchlichkeit wendet Euch ab, betrügt mich aus Mitleid! O, o, wie fürchterlich iſt dies!

Dies arme Weib! ſeufzte der Arzt. Seit ſie ihren Gatten in den Armen ihrer Schweſter geſehen, ſind ihre Augen erblindet für alles Andere, und immer glaubt ſie, dieſes entſetzliche Bild vor ſich zu ſehen!

Luiſe fuhr nach kurzem Verſtummen fort: Biſt Du da, geliebter Mond! Leuchteſt Du mir wieder mit Dei⸗ nem Himmelsſchein? Ach nun iſt Alles gut! Nun giebt es keine Schmerzen mehr, denn Du biſt wieder bei mir! Da, hier auf der Wieſe will ich mich aus⸗ ruhen, hier neben dem Bache, dann ſehe ich Dich dop⸗