Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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ſchauen. Noch flüſterten ihre Lippen leiſe, unver⸗ ſtändliche Worte, aber ein ſeliges Leuchten der Freude war in ihrem Antlitze, daß es faſt ſchön erſchien mit dieſem Ansdrucke des Glückes.

Ach, er iſt da, der Mond, der Mond! jauchzte ſie laut, und mit dieſem Freudenſchrei nahm plötzlich der Saal eine andere Phyſiognomie an.

Die ſchlafenden Kranken fuhren aus ihrer Ruhe em⸗ por und richteten ſich auf, und dieſe vorher ſo ſtillen und ruhigen Geſichter zeigten nun in wildem, ſtürmi⸗ ſchen Wechſel alle die Schmerzen und Leidenſchaften, welche im Innern dieſer Armen wühlten. Aechzen und Jammern ertönte ringsum, die Thränen der Verlaſſe⸗ nen begannen auf's Neue zu fließen, die Qualen der Eiferſüchtigen zerriſſen auf's Neue ihr armes Herz, der Schrecken der getäuſchten Gattin malte ſich wieder in dieſem entſetzten Angeſicht, den ganzen Jammer die⸗ ſes Hauſes hatte die Kranke wach gerufen mit ihrem Entzückensſchrei, und alle dieſe Schmerzbeladenen, ſie richteten ihre ſtarren, verglaſeten Augen mit dem Aus⸗ druck des Zornes und der Verachtung auf Luiſe hin. Mein Gott, ſie waren ja Alle vernünftig, und nur Neid und Bosheit hatte ſie zu Gefangenen gemacht, ſie waren vernünftig, nur das blaſſe Weib dort litt an dieſer ſchaudervollen Krankheit des Wahnſinns, denn ſie liebte den Mond, und flüſterte mit ihm, und ſprach mit ihm. War das nicht wahnſinnig, und war's nicht eine Schmach, daß ſie, die Vernünftigen, verdammt wa⸗ ren, mit einer Tobſüchtigen ihre Schlafſtätte zu theilen?

So murrten die kummervollen, ſchmerzbeladenen Wahnſinnigen, und dann gedachten ſie wieder ihrer Qualen und jammerten laut, und rauften ſich das Haar in unermeßlichem Schmerz und ſchlugen ſich die Brüſte unter ſtrömenden Thränen, unter Aechzen und Schluchzen der Qual!