Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Wahnſinnige, meine Gnädige!

Wahnſinnige? rief die Baronin entſetzt.

Allerdings, aber nur ſtille, friedliche Wahnſinnige, welche die Gewalt und den Zorn ihrer Krankheit über⸗ wunden haben und bald geneſen werden. Ach ſehen Sie wie friedlich ſie Alle ſchlafen! Wie ſtill und lächelnd dieſe Geſichter.

Geben Sie mir Ihren Arm, Doctor, laſſen Sie uns einen Gang durch dieſen Saal machen!

Und die Baronin nahm den Arm des Arztes und wanderte mit ihm an den Lagerſtätten umher.

Sehen Sie, ſagte er, alle dieſe Weiber hier hat die Liebe wahnſinnig gemacht, und ſo ganz hat dieſe ihr Daſein erfüllt, das die Vernunft keinen Platz mehr fand in ihrem armen Kopfe. Dieſe hier iſt krank geworden aus Eiferſucht, jene dort ward verlaſſen von ihrem Ge⸗ liebten, dieſe dort drüben überraſchte ihren Gatten in den Armen einer Andern und fiel augenblicklich in eine heftige Tobſucht.

Aber ſtill! Hörten Sie jenen Seufzer, und jetzt, dieſes Lachen, unſere Kranke dort drüben wird erwachen..

Und die Baronin eilte mit dem Arzte zurück zu dem Bette der kranken Luiſe, der armen, bleichen Mondſüch⸗ tigen.

Sie war wieder ſtill geworden und ruhig, und es herrſchte eine lautloſe bange Pauſe in dieſem troſtloſen Gemache, in welches der Vollmond mit ſeinem bleichen Glanze hereinſchien, als komme ex, das Weib zu ſich emporzuziehen, das dort auf ihrem Lager ſeußzte in Sehnſucht nach ihm.

Jetzt traf der Strahl ſeines Lichtes das Bett der armen Luiſe, und wie von zauberiſcher Gewalt empor⸗ gehoben, richtete ſie ſich auf, hob ſich ihre Geſtalt im Bette empor, ſteif und gerade, wie eine Leiche anzu⸗