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Und Sie ſehen, wie gern ich Ihrer Einladung ge⸗ folgt bin, ſagte die Baronin lächelnd.
Auch iſt es in der That herzerhebend und tiefer⸗ ſchütternd, die Gottergebenheit und fromme Geduld zu ſehen, mit der die Kranke ihre Leiden erträgt.
Eben weil Sie mir dies ſagten bin ich gekommen, rief die Baronin. Ach gewiß, in dieſer verderbten, ent⸗ arteten Zeit thut es einem frommen Herzen unendlich wohl, einem Weſen zu begegnen, das ſich mit all ſei⸗ nem Leid und ſeinem Kummer in den Schooß Gottes geflüchtet und es erkannt hat, daß bei ihm allein Troſt und Freude zu finden iſt. Ach, lieber Herr Doctor, der Anblick dieſes Mädchens ſoll mich ſtärken und er⸗ heben und meinen wankenden Glauben an die Menſch⸗ heit aufrichten.
Frau von Elsleben war ganz froh, einen ſo geeig⸗ neten Vorwand gefunden zu haben, mit dem ſie ihre Neugierde überſchleiern konnte, und ſie dachte: Gott ſteht mir doch in allen Dingen bei; weil es zu gemein wäre, eine menſchliche Neugierde ohne höhere, heiligere Zwecke zu zeigen, bietet er ſich mir ſelbſt als Mittler und Vorwand dar! Ach, wie gütig iſt doch Gott ge⸗ gen mich!
Dann fragte ſie theilnahmsvoll nach der Herkunft und den Schickſalen dieſes armen, frommen Mädchens, für das ſie die lebhafteſte Theilnahme fühle.
Sie iſt ein Kind unſeres Hauſes, ſagte der Arzt
ſeufzend, und ihre Geſchichte iſt eine der vielen, wie die Armuth ſie zu erzählen weiß auf allen Straßen und Plätzen, eine echte Geſchichte der Armuth voll Entbeh⸗ rung und Noth, voll unausgeſprochener Klage, thrä⸗ nenreich und doch trocknen Auges, kein Auflehnen und Murren gegen das Schickſal, ſondern nur ewig dul⸗ dende, niemals klagende Demuth und Ergebung. Das, meine gnädige Frau, iſt der Inhalt aller dieſer Ge⸗
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