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ſchichten der Armuth, und aus ſolchem Stoff iſt auch das Leben dieſer armen Kranken gewebt. Ihr Vater war Tagelöhner auf einem Dorfe in der Nähe Berlin's, er ſtarb vor ihrer Geburt, und das arme geängſtete Weib, ihre Mutter, die kaum den Biſſen Brod hatte, ihren Hunger zu ſtillen, mußte fürchten, wenn die ver⸗ hängnißvolle Stunde herankomme und ſie arbeitsun⸗ fähig mache, ohne Troſt und Hülfe, ja ſelbſt ohne Nahrung zu ſein. Sie raffte alſo ihre letzte Kraft zuſammen und wanderte nach Berlin, um in der Charité ein Unterkommen zu finden.
Hier ſtarb ſie drei Tage ſpäter nach der Geburt einer Tochter, die wir natürlich zurückſchickten in ihr Dorf, damit die Gemeinde ſie auferziehen laſſe.
Und wie mag ſich dieſe ſeltſame Krankheit entwickelt haben? fragte die Baronin.
Beſtimmtes läßt ſich nicht ermitteln. Alles was wir darüber wiſſen, haben wir nur aus ihren Erzählungen und Reden während dieſes Zuſtandes entnommen. Sie hat früh die Härte und Rauhheit des Lebens empfun⸗ den, und als vierjähriges Kind ſchon ward ſie in den Wald geſandt, trockne Reiſer zu ſammeln, wenn der Mond am Himmel ſtand. Auf ſolchen Gängen, ner⸗ vös gereizt durch die natürliche kindiſche Scheu vor von dunklen Walde und der Einſamkeit und Stille,
cheint ſich dieſe Krankheit entwickelt zu haben. Eillezanger Mann trat zu dem Arzte und flüſterte ihm einit orte in's Ohr
Jetzt, ſagte der Arzt zu der Baronin, jetzt, meine Gnädigſte, haben Sie die Gefälligkeit mir in den Saal zu folgen. Die Krämpfe ſind vorüber, wie ich höre, und ſie iſt in den gewohnten ruhigen Schlaf verfallen, aus dem ſie bald zu dieſem neuen Vergangenheitsleben erwachen wird. Haben Sie alſo die Güte, mir zu folgen!


