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grauenvoll luſtige, unanſtändige Lied, das immer wie⸗ der ſingend inmitten dieſes Jammers und Stöhnens, dieſes Schreiens und Aechzens hervortritt, und wie das höhniſche Jubellied eines böſen Dämons erſcheint.
Hier und da auch öffnet ſich eine Thür und es erſcheinen ſchwarz und weiß gekleidete Frauengeſtalten, dichte weiße Schleier um das Haupt gelegt, die in langen Enden herniederfallen und ihnen das Anſehen von Nonnen geben. Das ſind die Diakoniſſen, die pro⸗ teſtantiſchen Eliſabethinerinnen, welche in den obern Räumen der neuen Charité die Kranken⸗ und Seelen⸗ pflege der Unglücklichen über ſich genommen haben.—
Es iſt Nachmittag. Drunten im Hofe der Charité iſt es lebendig geworden, und auf eine kurze Stunde hat ſich dieſer öde, ſchweigende Raum in einen Garten der Luſt und des Vergnügens verwandelt. Die Sonne glitzert auf dem glänzend hellen Schnee, der wie ein feſtlicher Teppich ſich hier über die Erde gebreitet, die ſo viel ſündige Füße entweiht haben. Es iſt ein ſchöner, heller Wintertag, die Glocke hat die Stunde verkündet, welche den Wahnſinnigen zum Spazier⸗ gang beſtimmt iſt, und bei dem letzten Klang dieſer glücklichen, längſt erſehnten Stunde ſtürmen die Kranken, gefolgt und behütet von ihren Wärtern, hinaus in den Hof. Welch ein Gewirr der verſchiedenartigſten Geſtalten, wie viel bleiche, ſchmerzzerriſſene, wie viel ſtrahlende, in Glück und Geſundheit leuchtende Ge⸗ ſichter. Und wie ſie lachen und jubeln, und der Sonne ſich freuen und des glitzernden Schnees, und Mähr⸗
chen leſen aus jedem Waſſertropfen, der in der Sonne⸗
glänzt, und Botſchaft empfangen von jedem Vogel,
der vorüberfliegt, und Huldigung entgegennehmen
von jedem Stein, den ihre Füße berühren und un⸗
endliche Weisheit verkünden mit jedem unzuſammen⸗
hängenden Satz, den ſie mit lächelndem Munde ſtammeln. 1. 13
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