Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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dieſen glühenden, raſtloſen Augen, dieſen zitternden, höhniſch lächelnden Lippen, aus dieſem hochmüthigen Stolze und dieſer kriechenden Demuth, aus dieſem lauten Kreiſchen der Freude und dieſem wilden Ge⸗ heul des Schmerzes, überall, überall nur Wahnſinn, nur das Verlorenſein des Geiſtes, das Abirren der Vernunft vom rechten Pfade, um auf phantaſtiſchen Bahnen zu ſchweifen, die kein ſterbliches Auge erſchaut und kein Menſchenſinn zu erfaſſen vermag.

In den obern Räumen aber ſitzen in vergitterten Zellen erkrankte Verbrecher und Verbrecherinnen, welche die Haus⸗ und Stadtvogtei zur Heilung an die Cha⸗ rité abliefert.

Wahnſinn, Laſter und Verbrechen, das alſo ſind die drei finſtern, unheilsvollen Gewalten, welche dieſes Haus mit entſetzensvoller Bevölkerung erfüllen und es zu einer Hölle machen, an welcher Du ſchaudernd und Dich bekreuzigend vorübereilſt und Gott dankſt, daß es Dir vergönnt iſt, dieſes Haus zu meiden.

Still iſt es in dieſen dunklen Corridoren, nur zu⸗ weilen ſchlüpft mit ſinſtern Mienen irgend ein Kranken⸗ wärter vorüber, oder ein altes, zitterndes Weib, das ſeine Nachtwache am Lager eines zum Tode erkrank⸗ ten Weibes gehabt, und ſchaudernd aus den Fieber⸗ phantaſieen der Kranken das Bekenntniß ihres ver⸗ brecheriſchen Lebens und ihrer großen Noth entnom⸗ men hat. Zuweilen auch hört man hinter einer dieſer Thüren eine ſchrille, durchdringende Stimme die tolle Weiſe irgend eines Liedes ſingen, deſſen luſtige Worte in grauenvollem Contraſt ſtehen zu dieſen dunklen, ſchweigenden Corridoren, und dazwiſchen wieder ver⸗ nimmt man das Aechzen und Stöhnen anderer Kran⸗ ken, das Kreiſchen und Jammern der Leidenden, die vielleicht eben mit dem Tode ringen, wilde Flüche und Gebete der Angſt übertönen auf Momente dieſes