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bringen, und ihren Stolz demüthigen! Siehſt Du, mein Kind, das ſind meine Plane für die Zukunſt, und indem ich mich heute der Armuth übergebe, be⸗ ginne ich einen erbitterten Kampf gegen den Neich⸗ thum und die begünſtigten Stände. Darum, über⸗ lege es Dir noch einmal, ob Du entſchloſſen biſt, bei mir zu bleiben. Ich wiederhole Dir, ich halte Dich nicht, Du biſt frei und kannſt gehen, wohin Du willſt. Ja, ich werde Dich ſelbſt nicht tadeln, wenn Du der Einladung Deiner Tante folgſt, und in ihr Haus trittſt, als Magd, als Kammerzofe, was weiß ich, wozu ſie Dich in ihrer Großmuth verwenden wird!
Niemals, rief Louiſe mit entſchloſſenem Ton, nie⸗ mals werde ich das thun. O meine theure Mutter, es iſt ja nur um Dich, daß ich klage! Willſt Du mit Deinem ſtolzen edlen Sinne Dich dieſem harten
Schickſal unterwerfen, nun gut, ſo ſei es! Du haſt Recht, es iſt ſchöner, arm zu ſein und frei, als Wohl⸗ thaten anzunehmen, die nicht die Liebe, ſondern der Stolz uns darbietet. Nun ſollſt Du mich auch nie wieder klagen hören! Von Dir will ich lernen, die Armuth mit Stolz zu ertragen, und das unverſchul⸗ dete Unglück nicht verſchämt zu verbergen, ſondern es offenkundig alle Welt ſehen zu laſſen.
Louiſe, meine Louiſe, rief ihre Mutter in Thränen ausbrechend, komm an mein Herz, Du biſt in Wahr⸗ heit das Kind meines Herzens!
Sie umarmten ſich, weinend und lächelnd zu⸗ gleich, und dann ſagte die Mutter faſt heiter: und nun wollen wir ſofort den Kampf beginnen! Laß uns ſogleich hier an der Thüre unſer Namensſchild befeſtigen, damit Jedermann leſen kann, wer hier wohnt.
Sie nahm aus einem Korbe eine glänzende Meſ


