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Und jetzt, gute Frau, dürft Ihr Eure Sachen immer⸗ hin nach Nr. 40 hinauf ſchaffen. Es ſteht Eurem Einzug nichts mehr im Wege! Aber vergeßt nicht, daß der Wochenzins regelmäßig voraus bezahlt wer⸗ den muß, wenn Ihr nicht wollt, daß man Euch aus dem Hauſe verweiſt! Dies ſind unſere Hausgeſetze, und ich muß ſtreng darauf halten, daß ſie erfüllt werden! 3
Ich werde es nicht vergeſſen! ſagte die Frau, und winkte dann ihrer Begleiterin, um mit ihrer Hülfe die Sachen nach dem bezeichneten Zimmer, Nr. 40, hin⸗ auf zu tragen.
Dies war bald geſchehen, und unter den walten⸗ den Händen der beiden Frauen hatte das niedrige, düſtere, kleine Zimmer bald ein wohnliches Anſehen bekommen. So lange die Frauen beſchäftigt waren, hatten ſie ſtumm, ohne ein Wort, ein Anblicken, die⸗ ſen Pflichten obgelegen. Jetzt aber, als Alles voll⸗ endet, Alles ſeinen beſtimmten Platz erhalten, blickten die Beiden ſich an, und ein mattes Lächeln umſpielte ihre Lippen. Plötzlich, wie überwältigt von ihrer eigenen Wehmuth, breitete die ältere der Frauen ihre Arme ans und rief mit herzzerreißendem Weheton: Luiſe!
Das junge Mädchen warf ſich laut ſchluchzend in die geöffneten Arme der Andern, und Beide, ſich feſt umſchlungen haltend, weinten laut.
Dann aber richtete die ältere Frau ſich aus den Armen ihrer Tochter empor und ſofort verſiegten ihre Thränen, und ihre Mienen nahmen ſchnell wieder ihren entſchloſſenen, energiſchen Ausdruck an.
Und jetzt keine Thränen mehr, Luiſe, ſagte ſie feſt. Niemand ſoll von heute ab mich wieder weinen ſehen. Iſt das Unglück über uns hereingebrochen mit ſo dä⸗ moniſcher Gewalt, ſo ſoll es uns. mindeſtens gefaßt finden, und mit ungebeugtem Rücken.


